ʿAbdullah: Wörtlich: Diener Allahs. Der Name vom Vater unseres Propheten Muhammad, Friede sei mit ihm. Ein beliebter Name bei Muslimen.

Abū Bakr: Der erste Kalif des Gesandten Allahs. Er war der Ranghöchste der Gefährten des Propheten, Friede sei mit ihm, und sein engster Freund und für seine Aufrichtigkeit bekannt, möge Allah mit ihm zufrieden sein.

Abū Hanīfa: Er ist einer der größten Islamgelehrten. Er ist das Oberhaupt der Ahlus-Sunna, seine Rechtsschule ist die verbreitetste. Er wurde im Jahre 80 n. H. in Kufa geboren und verstarb im Jahre 150 n. H. als Märtyrer (Schahīd, Gefallener auf dem Weg Allahs) in Bagdad, möge Allah mit ihm barmherzig sein.

Adā: Wörtlich: erfüllen, verrichten. Gottesdienstliche Handlungen (ʿIbādāt) wie das Gebet, das Fasten, die Pilgerfahrt, die Almosensteuer in ihrer Zeit [gültig] verrichten.

Adab (Plural: Ādāb): Gutes Benehmen, Wohlverhalten, Anstand. 1. Gutes Benehmen und schöne Gewohnheiten zu besitzen und beschämendes Verhalten zu meiden, in jedem Punkt seine Grenzen kennend sich an diese halten. 2. Mustahabbāt einer ʿIbāda. Ihre Verrichtung ist verdienstvoll, ihre Unterlassung straffrei.

ʿAdāla: Gerechtigkeit. In jeder Sache das Recht und die Gerechtigkeit beachten und in allem den Mittelweg wählen. Demjenigen, der Recht hat, sein Recht geben. Sich vor Ungerechtigkeit und Unrecht hüten. Das Gegenteil von Ungerechtigkeit (Zulm). Gleichheit vor dem Gesetz.

Ādam, Friede sei mit ihm: Der erste Mensch und der erste Prophet.

ʿAdam: Das „Nichts“, die Nichtexistenz. Vor ihrer Schöpfung befanden sich die Welten und alle Geschöpfe im Nichts, d.h. sie existierten nicht.

Adhan: Gebetsruf. Der Ruf zu den täglichen fünf Pflichtgebeten.

Adilla asch-scharʿiyya: Quellen der Urteilsfindung: Der edle Koran, die ehrwürdigen Hadithe, der Konsens (Idschma) und der Analogieschluss (Qiyās) der Mudschtahids.

Adschr: Gutes, Belohnung, Lohn, Entlohnung. Belohnung (Thawāb), die Allah, der Erhabene, denjenigen gibt, die Sachen tun, die Ihm gefallen.

Afʿāl al-Mukallafīn: Handlungen der rechtlich Verantwortlichen. Gebote und Verbote, die der rechtlich Verantwortliche (Mukallaf) im Islam verrichten bzw. vermeiden muss. Ahkām al-islāmiyya, religiöses Wissen.

Ahkām: Urteile, Bestimmungen, Normen. Die Gebote und Verbote Allahs, des Erhabenen.

Ahkām al-islāmiyya: Islamische Bestimmungen. Die Gesamtheit der Bestimmungen im Islam, d.h. der Gebote und Verbote darin.

Ahl: Leute, eine bestimmte Gruppe von Menschen, Angehörige, Anhänger.

Ahl al-Bayt: „Die Leute des Hauses“. Gemeint sind die Familienangehörigen und gesegneten Nachfahren des Propheten Muhammad, Friede sei mit ihm, d.h. der edle ʿAlī ibn Abī Tālib und die edle Tochter des Propheten, Fātima, und ihre gesegneten Kinder, möge Allah mit ihnen allen zufrieden sein, und die edlen Frauen des Propheten, Friede sei mit ihm.

Ahl al-Bidʿa: Irrgänger, Leute der Verzerrung und Neuerung. Muslime, die die Grundsätze des Islam falsch interpretieren und auf ihrer falschen Interpretation beharren.

Ahl al-Kibla: „Leute der Kibla“. Ein Titel für die Muslime, wie z. B. auch „Ahl al-Iman“ (Gläubige).

Ahl al-Kitāb: Die Leute der Schrift, Schriftbesitzer. Allgemein die Juden und Christen, deren Religion auf den göttlichen Büchern beruhte, die Mūsā und ʿĪsā, Friede sei mit ihnen, offenbart wurden. Auch angewendet auf jede andere Gruppe, die behauptet, irgendeiner Schrift, welche dem edlen Koran voranging, zu folgen. Sie sind also Ungläubige, die eine ursprünglich göttlich offenbarte Schrift grundsätzlich anerkennen.

Ahlus-Sunna: Leute der Sunna. Auch: Befolger/Anhänger der Sunna. Muslime, die auf dem Weg des ehrwürdigen Propheten Muhammad, Friede sei mit ihm, und seiner edlen Gefährten sind, möge Allah mit ihnen allen zufrieden sein. Die Kurzform für „Ahlus-Sunna wal-Dschamāʿa“ (Anhänger der Sunna und der Gemeinschaft).

Ahmad ibn Hanbal: Der Gründer der hanbalītischen Rechtsschule. Er wurde im Jahre 164 n. H. [780 n. Chr.] in Bagdad geboren und verstarb dort im Jahre 241 n. H. [855 n. Chr.], möge Allah mit ihm barmherzig sein.

Ahmadiyya: Siehe: Qādiyānī.

Akbar al-Kabāir: Die größte Sünde.

Ākhira: Das Jenseits. Jenseits des Todes.

Akhlāq: Singular: Khuluq. Charakterzug. Die Pluralform bedeutet auch Ethik, Moral. Der ehrwürdige Prophet, Friede sei mit ihm, sagte: „Ich wurde gesandt, um die gute Moral zu vervollkommnen.“

Al-ʿAlīm: Der Allwissende. Einer der 99 „schönen Namen Allahs“.

Al-Asmā al-husnā: Die „schönen Namen Allahs“.

Al-Hayy: Der Lebendige. Einer der „schönen Namen Allahs“.

Al-Latīf: Der Gütige. Einer der „schönen Namen Allahs“.

ʿAlī ibn Abī Tālib: Der vierte Kalif der Muslime. Vetter und Schwiegersohn des ehrwürdigen Propheten durch die Heirat mit dessen Tochter Fātima, möge Allah mit ihr zufrieden sein. Er war bekannt für seinen Mut und seine Weisheit. Er wurde von einem Charidschiten ermordet und ist in Nadschaf, Irak, beerdigt, möge Allah mit ihm zufrieden sein.

ʿĀlim (Plural: ʿUlamā): Gelehrter. Wird besonders als Titel für Gelehrte in den islamischen Wissenschaften verwendet.

Allah: Der Name des einzigen Gottes, der alleinige Schöpfer.

Allahu akbar: „Allah ist groß“. Dieser Spruch wird zu Beginn des Gebets gesprochen. Dies ist auch ein Spruch, der bei Erstaunen oder Begeisterung oder um Aufmerksamkeit zu erwecken gerufen wird.

ʿAmal Ahl al-Madīna: Die Praxis der Bewohner von Medina. Damit ist die überlieferte Übereinstimmung bezüglich der Glaubenspraxis der ersten drei Generationen der Leute von Medina gemeint. Diese ist Teil der Methode des Idschtihad (Urteilsfindung) von Imām Mālik ibn Anas, möge Allah mit ihm barmherzig sein.

Aʿmāl as-sāliha: Gute, rechtschaffene Taten. Handlungen, Ibādāt, an denen Allah, der Erhabene, Wohlgefallen hat, mit denen Er zufrieden ist.

Amāna: 1. Vertrauenswürdigkeit. Eine der sieben Eigenschaften von Propheten, Friede sei mit ihnen: Die Propheten sind Menschen, die in jeder Hinsicht vertrauenswürdig sind. Sie missbrauchen niemals das Vertrauen und das Anvertraute. 2. Im Fiqh-Wissen: Ein Gut, ein Geheimnis, ein Wort, das einer vertrauenswürdigen Person anvertraut wird.

Āmantu: Der Kurztitel im Türkischen für den Spruch, in dem die sechs Glaubensgrundsätze aufgezählt sind. Dieser Spruch beginnt mit „Āmantu billāhi“ (Ich glaube an Allah) und daher ist dieses Wort zum Titel dieses Spruches geworden.

Āmina: Die edle Tochter des Wahab, also die edle Mutter des ehrwürdigen Propheten, Friede sei mit ihm.

Amīr al-Muʾminīn: Befehlshaber der Gläubigen. Emir, Führer der Muslime. Nachfolger im Sinne der Stellvertretung.

Amn al-ʿAzl: Unentlassenheit. Eine der sieben Eigenschaften von Propheten, Friede sei mit ihnen. Sie werden niemals aus ihrer Aufgabe und ihrem Status, Prophet zu sein, entlassen. Sie bleiben sowohl im Diesseits als auch im Jenseits Propheten.

Amr: Wörtlich: Befehl. Es wird auch benutzt als: Befehlsgewalt, Anliegen, Lebensumstände.

Amr bil-Maʿrūf: Das Gute gebieten. Der Aufruf zum Guten.

Ansār: Wörtlich: Helfer. Die medinensischen Muslime, die nach der Hidschra unseres Propheten, Friede sei mit ihm, aus Mekka nach Medina ihm und den Muslimen aus Mekka in allerlei Hinsicht und mit all ihrem Besitz geholfen haben.

ʿAqīda (Plural: ʿAqāʾid): Die Glaubenssätze, die Lehre von den Details der Glaubensgrundlagen der Muslime.

ʿAqīqa-Opfer: Opfertier, das mit der Absicht geschlachtet wird, Allah, dem Erhabenen, für die Gabe eines Kindes zu danken.

ʿAql: Verstand, Vernunft.

ʿArafat: Die gesegnete Ebene und der gesegnete Berg, auf dem das Weilen für eine Zeit am sogenannten „Tag des ʿArafat“ Teil der Pflichtriten der Pilgerfahrt ist.

ʿĀrif (Plural: Ārifūn): Gotteskenner, also Leute, die tiefes Wissen von/über Allah, den Erhabenen, haben. Dieses Wissen wiederum ist ein von Allah, dem Erhabenen, in ihre Herzen gelegtes Wissen.

Ar-Rahmān: Der Barmherzige. Einer der 99 „schönen Namen Allahs“.

ʿArsch, ʿArschul-aʿlā: Er ist das allergrößte Geschöpf, welches Allah, der Erhabene, erschaffen hat; er befindet sich über den sieben Himmelsstufen und über dem Kursī und ist das Ende der materiellen Welt und der Anfang der immateriellen Welt.

Asadullah: „Der Löwe Allahs.“ Titel des edlen ʿAlī ibn Abī Tālib, möge Allah mit ihm zufrieden sein.

ʿAschara al-mubasch-schara: Die zehn Gefährten des Propheten, Friede sei mit ihm, denen der Einzug in das Paradies schon in der diesseitigen Welt namentlich zugesichert wurde, möge Allah mit ihnen zufrieden sein.

Aschʿariyya: Eine der zwei Schulen im Glauben, die Schule des Imām Abul-Hasan al-Aschʿarī, möge Allah mit ihm barmherzig sein.

ʿAschūra: Der zehnte Tag des Monats Muharram, der wiederum der erste Monat des islamischen Mondkalenders ist.

Ashāb al-kirām: Die „edlen Gefährten“ des Propheten Muhammad, Friede sei mit ihm. Gesegnete Menschen und Dschinnen, die als Gläubige (Muʾminūn) den Gesandten Allahs, Friede sei mit ihm, gesehen haben und die als Gläubige verstorben sind, möge Allah mit ihnen zufrieden sein.

ʿĀsī (Plural: ʿĀsiyyūn): Ungehorsamer gegenüber Allah, dem Erhabenen.

ʿAsr-Gebet: Nachmittagsgebet mit insgesamt 8 Rakaʿāt. Das Sunna-Gebet hat 4 Rakaʿāt und das darauffolgende Fard-Gebet 4 Rakaʿāt.

Astaghfirullah: „Ich bitte Allah um Vergebung“.

ʿAwām: Die Allgemeinheit. Damit ist die Mehrheit der Bevölkerung gemeint, die keine Mudschtahids sind.

ʿAwra: Die Bereiche des Körpers, die Männer und Frauen während des Gebets und auch sonst immer bedecken müssen.

Awwābīn-Gebet: Ein Gebet mit 6 Rakaʿāt, das nach dem Fard-Gebet des Maghrib-Gebets verrichtet wird.

Āya (Plural: Āyāt): Wörtlich: Zeichen. Verse des edlen Korans. Allah, der Erhabene, bezeichnet sie als Zeichen, mit denen Er den Menschen die Wirklichkeiten des Diesseits und des Jenseits und eine Lebensweise Seinem Wohlwollen entsprechend zeigt. Auch Phänomene in der Schöpfung werden von Allah, dem Erhabenen, als „Zeichen“ bezeichnet.

Āyat al-Kursī: Vers 255 der Sure al-Baqara. Die Āyat al-Kursī ist bekannt als eine der wirksamsten Mittel, um sich vor jeglichem Übel zu schützen. Sie kann mit der Absicht, Allah, den Erhabenen, um Schutz zu bitten, in jeder Situation, in der man Schutz braucht, rezitiert werden.

Azrāīl: Der Engel des Todes, der zum bestimmten Zeitpunkt des Todes der Geschöpfe auf Befehl Allahs, des Erhabenen, ihr Leben nimmt.

Bahīra: Er war ein ehemaliger jüdischer Gelehrter, der das Christentum angenommen hatte und als Mönch in einem Kloster lebte, das auf dem Handelsweg der Quraischiten nach Damaskus lag. Als der Onkel des ehrwürdigen Propheten ihn im Kindesalter einmal auf eine Handelsreise nach Damaskus mitnahm, machte ihre Karawane in der Nähe des Klosters halt, worauf Bahīra die Reisenden zu einem Mahl im Kloster einlud. Im Gespräch bei diesem Mahl ergab sich, dass Bahīra den jungen Muhammad, Friede sei mit ihm, aufgrund seiner Eigenschaften, wie dass er Vollwaise war, als den nächsten Propheten Allahs, des Erhabenen, erkannte, der in der Thora und in dem Evangelium angekündigt war.

Baqā: Ständigkeit, Unendlichkeit, Fortwähren. 1. Eines der Wesensattribute (Sifāt adh-Dhātiyya) Allahs, des Erhabenen. Die Existenz Allahs, des Erhabenen, hat kein Ende. Er hört niemals auf zu existieren. So, wie es unmöglich ist, dass Er einen Partner hätte, so ist auch das Nichtexistieren für Sein Wesen und Seine Attribute unmöglich. 2. Baqā ist ein andauernder Zustand, in dem einzig und allein an Allah, den Erhabenen, gedacht wird.

Barāʾa-Nacht (Laylat al-Barāʾa): Wörtlich: Nacht der Freisprechung. Nacht der Vergebung. Die fünfzehnte Nacht des Monats Schaʿbān nach dem islamischen Mondkalender.

Baraka: Segen; alles Gute, was von Allah, dem Erhabenen, gewährt wurde. Besonders das, was zuwächst; feine nützliche spirituelle Energie, die durch Dinge oder Leute fließen kann.

Basar: Sehen. Eines der feststehenden Attribute (Sifāt ath-Thubūtiyya) Allahs, des Erhabenen. Allah, der Erhabene, ist allsehend. Er sieht ohne Mittel und ohne Einschränkung. Sein Sehen bedarf nicht eines Sehorgans.

Basmala: Bismillāhir-Rahmānir-Rahīm (Im Namen Allahs, des Barmherzigen, des Erbarmers). Die Namen „Rahmān“ und „Rahīm“ haben folgende Bedeutung: „Rahmān“ bedeutet, dass die Gnade und die Gunst von Allah, dem Erhabenen, auf dieser Welt, ob Muslim oder Nichtmuslim, jeden trifft und dass Er jeden entsprechend seiner Anstrengungen und seiner Wohltaten im diesseitigen Leben belohnt und auf dieser Welt jedem Seiner Geschöpfe Seine Gaben zukommen lässt. „Rahīm“ bedeutet, dass die Gnade und die Gunst von Allah, dem Erhabenen, im Jenseits nur die Muslime treffen wird. [Angehörige früherer Religionen, deren Glaube rein war, sind auch Muslime, jedoch hatten sie eine andere Scharia. Dies bedeutet, alle Religionen seit Ādam, Friede sei mit ihm, einschließlich der Islam, bestehen aus 1. dem Glauben (Iman) und 2. aus der Scharia. Im Glauben unterscheiden sie sich nicht. Denn der wahre Glaube ist eins. Aber die jeweilige verkündete Scharia bis heute war unterschiedlich.]

Bātin: Verborgen, innerlich, übersinnlich.

Bātiniyya: Auch Ismāʿīlīten, Qarāmita u.a. genannt. Eine irregegangene Gruppe, die von dem Perser Maymūn ibn Daysān al-Kaddah gegründet wurde und Glaubensweisen der Zoroastrier und verschiedener anderer Religionen als Glaubensweise des Islam zeigt.

Bayʿa ar-Ridwān: Treueschwur, bei dem 400 Prophetengefährten, möge Allah mit ihnen zufrieden sein, in Hudaybiya unter dem „Samūra“ genannten Baum dem Gesandten Allahs, Friede sei mit ihm, geschworen haben, seine Befehle bedingungslos auszuführen.

Bayt al-Māl: Das „Haus der Güter“, Reich- bzw. Staatskasse, Fiskus. Der Schatz der Muslime, wo die Almosensteuer und das Einkommen aus anderen Quellen für die Verteilung zwischengelagert wurden.

Bayt al-muqaddas: Die al-Aqsā-Moschee in Jerusalem (Quds) und frühere Kibla der Muslime.

Bidʿa (Plural: Bidʿāt): Neuerung, Veränderung der ursprünglichen Lehre des ehrwürdigen Propheten, etwas, was nach der Zeit des Propheten und seiner vier rechtgeleiteten Kalifen in den Islam eingeführt wurde.

Biʿtha: Berufung eines Propheten zur Prophetenschaft.

Bughd fillah: Abscheu um Allahs Willen. Ist mit Hubb fillah (Liebe um Allahs willen) Bedingung des Glaubens.

Bulūgh: Geschlechtsreife, durch Eintritt in die Pubertät. Wenn Zeichen der Geschlechtsreife nicht auftreten, gelten Jungen und Mädchen mit Vollendung des 15. Lebensjahres als geschlechtsreif.

Burāq: Der Burāq ist ein Tier aus dem Paradies, von weißer Farbe, kleiner als ein Maultier, größer als ein Esel. Er hat kein Geschlecht und ist sehr schnell.

Burhān: Beweis, Argument, Beweismittel.

Charidschiten: Oder: Chawaridsch. Sie trennten sich vom Heer des edlen ʿAlī, weil dieser und die andere Partei bei der Schlacht von Siffīn damit einverstanden waren, dass Schiedsrichter einberufen werden. Die Charidschiten sagten: „Der Richter ist einzig und allein Allah. Weil ʿAlī die Entscheidung der zwei Schiedsrichter akzeptierte und deshalb vom Kalifat zugunsten von Muʿāwiya abtrat, hat er eine große Sünde begangen.“ Eine irregegangene Gruppe, die die Prophetengefährten und andere Muslime, die nicht so denken wie sie, als Ungläubige bezeichnen.

Daddschāl: Falscher Messias, dessen Auftreten das endgültige Ende der Welt ankündigt. Die Wurzel im Arabischen heißt „betrügen“, „täuschen“.

Dahk: Lachen während des Gebets, sodass nur die Person selbst dieses Lachen hört. Dieses Lachen macht das Gebet ungültig, nicht aber die Gebetswaschung.

Dalāla: Abweichung, Verirrung.

Dalk: Das Reiben der zu waschenden Glieder. Gemäß der hanafītischen Rechtsschule ist dies eine Sunna der Gebets- und Ganzkörperwaschung, in der malikitischen hingegen fard.

Dār al-Harb: Nichtislamisches Herrschaftsgebiet. Region, die nicht nach islamischem Gesetz regiert wird.

Dār al-Islām: Islamisches Herrschaftsgebiet. Region, die nach islamischem Gesetz regiert wird.

Darūra: Zwingende Notwendigkeit. Ein durch „höhere Gewalt“ bedingter Grund, also etwas, das nicht in der Hand des Menschen liegt. Dass etwas im Islam geboten bzw. verboten ist, extreme Schmerzen, die Gefahr, ein Körperglied oder Organ oder gar das Leben zu verlieren und die Unmöglichkeit, anders handeln zu können, sind alle zwingende Notwendigkeiten.

Dawr: Etwas von Hand zu Hand weitergeben. Mit der Isqāt und dem Dawr können versäumte Gebete und andere ʿIbādāt, nach dem Tod eines Muslims, mit einem Teil seines Erbes wiedergutgemacht werden. Dawr ist eine Verfahrensweise, die mit rechtschaffenen Muslimen durchgeführt wird, damit die Isqāt verrichtet werden kann, auch wenn die dafür bestimmte Menge an Geld bzw. Gold nicht oder nicht ausreichend vererbt wurde.

Dhikr: Wörtlich: Gedenken. Kurzform für Dhikrullah, Gottgedenken. Das Gedenken und die Erinnerung an Allah, den Erhabenen. Es gibt viele Formeln und Sprüche, mit denen solches Gedenken verrichtet werden kann.

Dhikrullah: Gottgedenken. Das Gedenken Allahs, des Erhabenen.

Dīn: Religion. Glaube. Die Lebensführung gemäß dem Islam. Die Gesamtheit der Glaubenssätze und zu verrichtenden Gebote, die Allah, der Erhabene, mittels eines Propheten den Menschen verkündete, damit diese im Diesseits Ruhe und Frieden und im Jenseits die ewige Glückseligkeit erlangen.

Dirham: 1. Silbermünzen mit unterschiedlichem Gewicht. 2. Maßeinheit für das Messen von Unreinheiten. Bei festen Unreinheiten meint ein Dirham ein Mithqāl, also 4,8 Gramm. Bei flüssigen Unreinheiten meint es jene Fläche, die Wasser in der flach geöffneten Handinnenfläche bedecken würde.

Dschabrāīl, Dschibrīl: Einer der vier Erzengel. Der Engel, der den Propheten die Offenbarung, Allahs Gebote und Verbote überbringt.

Dschabriyya: Anhänger der Gruppe der Deterministen, die einen freien Willen des Menschen ablehnen.

Dschahannam: Hölle, der Ort der Bestrafung im Jenseits. Das Feuer im Jenseits, in dem die Menschen für ihre Sünden bestraft werden.

Dschahl murakkab: Jenes Unwissen, bei dem der Unwissende sich seines Unwissens nicht bewusst ist.

Dschāiz: Erlaubt, zulässig im Sinne der Scharia.

Dschalsa: Das Sitzen zwischen den beiden Niederwerfungen im Gebet.

Dschamāʿa: Gemeinschaft. Gebetsgemeinschaft.

Dschamāʿat at-Tablīgh: „Verkündungsgemeinschaft“. Eine Gruppe der Irrgänger. Diese Gruppe wurde von einem Unwissenden namens Ilyās gegründet.

Dschanāba: Grobe rituelle Unreinheit. Der Dschanāba genannte Zustand tritt durch Geschlechtsverkehr oder Samenerguss ein.

Dschanāza-Gebet: Totengebet.

Dschanna: Paradies, der Ort der Belohnung im Jenseits.

Dschawāmiʿ al-Kalīm: Die Art und Weise, wie der Prophet, Friede sei mit ihm, sprach: verständlich, genau und viele Bedeutungen mit nur wenigen Worten vermittelnd.

Dschihad: Kampf oder Anstrengung auf dem Wege Allahs.

Dschinn: Wesen, die aus „rauchlosem Feuer“ erschaffen wurden. Sie ähneln in manchen Eigenschaften den Engeln und in anderen den Menschen. Sie sind wie Menschen auch in der Lage, zwischen gut und schlecht zu unterscheiden, und auch ihnen obliegt die Anbetung Allahs, des Erhabenen. Der Gesandte Allahs, Friede sei mit ihm, wurde auch zu ihnen als Prophet entsandt. Auch unter ihnen gibt es Gläubige und Ungläubige wie bei den Menschen.

Dschizya: Schutzsteuer. Eine Abgabe, die Nichtmuslime unter einem islamischen Staat (Dār al-Islām) anstelle der für die Muslime verpflichtenden Almosensteuer zahlen. Dafür genießen sie Schutz innerhalb des muslimischen Reiches und sind von einer Militärpflicht befreit.

Dschubn: Feigheit. Mangel an Mut.

Dschuma-Gebet: Freitagsgebet.

Dschuz: „Teil des Ganzen“. Jeweils 20 Seiten des edlen Korans gelten als ein Dschuz.

Duā: Bittgebet. Bitten, Flehen. Das Erbitten um Sachen von Allah, dem Erhabenen.

Duhā-Gebet: Nāfila-Gebet mit 2 bis 12 Rakaʿāt, das mit dem Ende des ersten Viertels der Zeitspanne zwischen der Fadschr- und Maghrib-Zeit verrichtet werden kann.

Dunyā: 1. Das Diesseits, die Welt, in der Menschen von Geburt bis zum Tod weilen. 2. Alles, was den Menschen von Allah, dem Erhabenen, entfernt und nicht im Einklang mit dem Islam steht, Sachen, die harām oder makrūh sind.

Efendi: Osmanischer Titel für Gelehrte und vornehme Herren.

Eid-Gebet: Festgebet zum Ramadan- und Opferfest.

Fadschr: Morgendämmerung. Anbruch des Morgens. Das ist, wenn das weiße Licht am östlichen Horizont beginnt.

Fadschr-Gebet: Morgengebet mit insgesamt 4 Rakaʿāt. Das Sunna-Gebet hat 2 Rakaʿāt und das darauffolgende Fard-Gebet hat 2 Rakaʿāt.

Fanā (bil-Maʿrūf): Zustand, in dem man alles andere als Allah vergisst, so auch sich selbst.

Faqīh (Plural: Fuqahā): 1. Rechtsgelehrter. Jemand, der in der islamischen Rechtswissenschaft (Fiqh) ausgebildet ist. 2. Mudschtahid.

Fard (Plural: Farāid): Pflicht. Eine Pflichthandlung, wie sie durch die Scharia bestimmt wird. Gebot Allahs, des Erhabenen.

Fard ʿayn: Individuelle Pflicht. Das sind Pflichten, die jeder Muslim selber erfüllen muss.

Fard kifāya: Gemeinschaftliche Pflicht. Diese sind Pflichten, die, wenn sie von einigen Muslimen oder einem einzigen Muslim erfüllt werden, von der Gesamtheit der Gemeinde entfallen.

Fārūq al-Aʿzam: „Der große Unterscheider“. Ein Titel für den zweiten Kalifen des Gesandten Allahs, ʿUmar ibn al-Khattāb, den Allah, der Erhabene, als Freund für Seinen Propheten aussuchte. Siehe: ʿUmar ibn al-Khattāb.

Fāsiq (Plural: Fāsiqūn): Übertreter, Sünder. Ein Muslim, der sich nicht davor geniert, öffentlich Sünden zu begehen, ohne die Vorschriften der Scharia jedoch prinzipiell zu leugnen.

Fatāna: Scharfsinn. Eine der sieben Eigenschaften der Propheten. Die Propheten sind die intelligentesten und klügsten Menschen ihrer Zeit. Der Gesandte Allahs, Friede sei mit ihm, ist der ranghöchste aller Menschen, die je zu irgendeiner Zeit an irgendeinem Ort der Erde lebten und leben werden. Von Menschen mit Mängeln wie Blindheit und Taubheit und von Frauen ist niemand als Prophet ernannt worden.

Fatwa: Rechtsgutachten. Rechtsurteil, das klarstellt, ob eine Handlung islamkonform ist oder nicht.

Fawāit: Verpasste Gebete. Nachzuholende Gebete, die mit einem Entschuldigungsgrund (ʿUdhr) nicht verrichtet wurden.

Fayd: Wörtlich: Fließen. Religiöses, spirituelles Wissen, das vom gesegneten Herzen unseres ehrwürdigen Propheten, Friede sei mit ihm, mittels der Herzen der Gottesfreunde (Awliyā) den Menschen zufließt.

Fidya: Abfindung. Ein Entgelt als Ausgleich für bestimmte gottesdienstliche Handlungen (ʿIbādāt), die mit einem Entschuldigungsgrund nicht verrichtet werden können.

Fiqh: Islamische Rechtswissenschaft. Jene Wissenschaft, die lehrt, welche Taten zu verrichten sind und welche es zu meiden gilt.

Firqa ad-dālla: Verirrte Gruppe. Auch Schiiten genannt. Sie sind den edlen Gefährten, möge Allah mit ihnen zufrieden sein, Feind.

Firqa al-malʿūna: Verfluchte Gruppe. Auch Wahhabiten genannt. Sie sind der Ahlus-Sunna und den Schiiten Feind.

Firqa an-nādschiyya: Die errette Gruppe. Ein anderer Titel für die Sunniten, die Ahlus-Sunna.

Fisq: Sünde, Ungehorsam, Auflehnung Allah, dem Erhabenen, gegenüber.

Fitna (Plural: Fitan): Zivile Unruhe, Abspaltung, Versuchung, innermuslimischer Konflikt.

Fitra: Natürliche Veranlagung. Die erste Natürlichkeit, der natürliche, ursprüngliche Zustand der Menschheit, im Einklang mit der Natur. Der Islam wird auch „Dīn al-Fitra“ genannt.

Furūʿ ad-Dīn: Wörtlich: „Zweige der Religion“. Das Wissen um die islamischen Bestimmungen (Ahkām al-islāmiyya).

Ghadr: 1. Brechen von Vereinbarungen und Eiden. 2. Unrecht (Zulm).

Ghāliyya: Eine Untergruppe der Schia, nach deren Glauben das Paradies und die Hölle bereits hier in dieser Welt geschehen. Diese sind ganz und gar Ungläubige und haben mit dem Islam nichts zu tun.

Ghayb: Das Verborgene. Das, was nicht mit den Sinnesorganen oder durch Berechnung oder durch Erfahrung verstanden werden kann. Das Verborgene kennt nur derjenige, dem Allah davon mitteilt.

Ghayra: Eifer. Dieses Wort enthält eine große Bandbreite an Bedeutungen, die von Eifersucht bezüglich Ehefrauen bis hin zu großer Wut reicht, wenn die eigene Ehre und das eigene Ansehen betroffen sind. Es kann, je nach den Umständen, positiv wie negativ sein.

Ghība: Üble Nachrede. Die Erwähnung einer Sache einer anderen Person in ihrer Abwesenheit, die diese nicht erwähnt wissen will.

Ghibta: Bewunderndes, gönnendes Beneiden. Das Verlangen nach den Gaben, die ein anderer Mensch hat, ohne dabei zu wünschen, dass dieser andere Mensch diese Gaben seinerseits verliert.

Ghusl: Ganzkörperwaschung. Die rituelle Waschung des ganzen Körpers zur Erlangung der „Tahāra“, der rituellen Reinheit.

Habībullah: „Der Geliebte Allahs“. Der Titel des letzten Propheten Allahs, Muhammad, Friede sei mit ihm.

Hadath: Rituelle Unreinheit. Zustand der Wudūlosigkeit bzw. der Dschanāba. Sie ist durch das Vornehmen der Gebetswaschung bzw. der Ganzkörperwaschung aufzuheben.

Hadd (Plural: Hudūd): Allahs Grenzen für das Erlaubte und Unerlaubte.

Hadd-Strafe: Strafe, deren Ausmaß eindeutig festgelegt ist.

Hādith: Erschaffen, zeitlich. Zeitliches, d.h. alles der Zeit unterworfene Existierende. Das Charakteristische des Zeitlichen ist, dass es aus der Nichtexistenz in die Existenz gebracht wurde, d.h. einen Anfang und ein Ende hat.

Hadith: Die Aufzeichnungen der Worte und Taten des Gesandten Allahs, Friede sei mit ihm.

Hadith qudsī: Hadith, dessen Bedeutung von Allah, die Worte aber vom Propheten, Friede sei mit ihm, sind.

Hadsch: Die Pilgerfahrt. Eine der Säulen des Islam.

Hadsch al-mabrūr: Eine angenommene Pilgerfahrt, die gemäß ihren Bedingungen und ohne Sünden zu begehen unternommen wurde.

Hadschama: Blutschröpfen als Heilmethode.

Hāfiz (Plural: Huffāz): Eine Person, die den gesamten edlen Koran auswendig rezitieren kann.

Halāl: Erlaubt im Sinne der Scharia.

Hamd: Lobpreis. Der Lobpreis ist ausschließlich Allah, dem Erhabenen, vorbehalten. Der höchste Lobpreis ist der, mit dem Allah, der Erhabene, sich selbst gepriesen hat, wie dies in der Sure al-Fātiha verkündet ist: „Al-hamdu lillāhi Rabbil-ʿālamīn“ („Alles Lobpreis gebührt Allah, dem Herrn aller Welten“).

Hamiyya: Gemeinschaftseifer. Das ist die Anstrengung mit allen Kräften in der Verteidigung und Wahrung der Religion und der Menschen und in der Verteidigung der eigenen Ehre und Würde, ohne dabei faul oder nachlässig zu sein.

Haqq (Plural: Huqūq): Recht, Anrecht, Anteil.

Haradsch: Widrigkeit, Erschwernis, Schwierigkeit. Widrigkeit, der jemand beim Verrichten eines Gebots oder beim Meiden eines Verbots begegnet.

Harām (Plural: Mahārim): Verboten im Sinne der Scharia.

Harām li-ʿaynihī: Harām an sich. Diese sind Sachen, die an sich harām sind, z.B. das Begehen von Mord.

Harām li-ghayrihī: Harām durch begleitende Umstände. Diese sind Sachen, die an sich nicht harām sind, doch durch die Verletzung der Rechte Anderer harām werden.

Haramayn: Die „zwei geehrten Orte“, gemeint sind Mekka und Medina.

Hasad: Neid, Missgunst. Neid gegenüber jemandem, der eine Gabe besitzt, und der Wunsch, dass dieser Mensch diese Gabe verliert und nur er selbst sie bekommt.

Hasan ibn ʿAlī: Einer der gesegneten Söhne vom edlen ʿAlī ibn Abī Tālib und der edlen Fātima, möge Allah mit ihnen zufrieden sein.

Hasana (Plural: Hasanāt): Belohnung (Thawāb), gute Taten, Handlungen, die Allah, dem Erhabenen, gefallen.

Hawā: Begierde, Leidenschaft, Verlangen (im Allgemeinen nicht lobenswert) für Selbst-Belohnung, Neigung zur Erfüllung der Wünsche der niederen Triebseele, Vorstellungen im Sinne von Einbildungen.

Hawāriyyūn: Die Apostel oder Jünger des Propheten ʿĪsā, Friede sei mit ihm.

Hayāt: Leben. Eines der feststehende Attribute Allahs, des Erhabenen. Allah, der Erhabene, ist der Lebendige. Sein Leben gleicht nicht dem der Geschöpfe und ist, Seinem Wesen gebührend, anfangslos und ewig.

Hayd: Menstruationsblutung. Gemäß der hanafītischen Rechtsschule hat sie eine Mindestdauer von 3 Tagen (72 Stunden) und eine Höchstdauer von 10 Tagen.

Hidāya: Rechtleitung. Meint einerseits die anfängliche Leitung eines Nichtmuslims zum Islam und andererseits die fortdauernde Führung eines Muslims innerhalb des Islam zu dem, womit Allah, der Erhabene, zufrieden ist. Allah, der Erhabene, ist der Einzige, der Rechtleitung geben kann.

Hidschāz: Region an der westlichen Küste Arabiens, in der Mekka, Medina, Dschidda und Ta’if liegen.

Hidschr: Nachtragend sein. Die Freundschaft kündigen, erbost und nachtragend sein.

Hidschra: Auswanderung. Die Auswanderung des Propheten, Friede sei mit ihm, von Mekka nach Medina im Jahre 622 n. Chr., der Beginn des muslimischen Kalenders.

Hirā: Der Berg, auf dem sich der Gesandte Allahs, Friede sei mit ihm, vor der Zeit der Verkündung seiner Prophetenschaft zur Besinnung jährlich in eine Höhle zurückzog.

Hiqd: Hass, Widerwille, Feindseligkeit. Groll hegen.

Huri: Paradiesjungfrau.

Husayn ibn ʿAlī: Einer der gesegneten Söhne vom edlen ʿAlī ibn Abī Tālib und der edlen Fātima, möge Allah mit ihnen zufrieden sein.

Hubb fillah: Liebe um Allahs willen. Ist mit Bughd fillah (Abscheu um Allahs willen) Bedingung des Glaubens.

Huqb: Eine Zeiteinheit des Jenseits. Eine Huqb sind 80 Jahre des Jenseits. Ein Tag im Jenseits sind 1000 Jahre der diesseitigen Welt.

Iʿāda: Wiederholen einer ʿIbāda zu irgendeiner Zeit.

ʿIbāda (Plural: ʿIbādāt): Gottesdienstliche Handlung, Gottesdienst, Anbetung. Handlungen der Anbetung Allahs, des Erhabenen. Die „fünf Säulen des Islam“ sind ʿIbādāt. Die Aufgaben des Dienerseins gemäß dem Islam zu verrichten.

Ibāhiyya: Eine aus den Bektaschi hervorgegangene, irregegangene Gruppe.

Iblīs: Eigenname des Teufels. Er wird auch „Schaitan“ genannt. Der Anführer aller Teufel.

Idschma: Konsens. Übereinstimmung der Standpunkte bezüglich einer Sache. D.h., dass die edlen Gefährten eine Sache alle auf dieselbe Weise verrichten bzw. sagten, dass sie eben so verrichtet werden sollte. Auch die Übereinkünfte der Tābiʿūn (Nachfolger der Prophetengefährten) und der Atbāʿ at-Tābiʿīn (Nachfolger der Nachfolger der Prophetengefährten) ist Idschma. Eine der vier Quellen der Urteilsfindung.

Idschtihad: Äußerste Anstrengung an den Tag legen und Angelegenheiten, die im edlen Koran und in den ehrwürdigen Hadithen nicht eindeutig verkündet wurden, mit solchen vergleichen, die eindeutig sind, und somit deren Bestimmungen ableiten. Siehe: Mudschtahid.

Ihram-Kleidung: Weihezustand während der Verrichtung der Pilgerfahrt.

Ihsān: Wörtlich: Güte. Von Allah, dem Erhabenen, zu den Geschöpfen her: alle Seine Gnaden und Güte. Vom Menschen zu den anderen Geschöpfen hin: die Behandlung mit Güte und Barmherzigkeit.

Ikhtiyār: Willensfreiheit, Auswahl.

Ikhlās: Aufrichtigkeit, reine Absicht. Aufrichtigkeit Allah, dem Erhabenen, gegenüber, Aufrichtigkeit im Gottesdienst, Aufrichtigkeit in allen Taten, und dadurch deren Ausrichtung auf das Wohlgefallen Allahs, des Erhabenen.

Ilāh: Gott. Der allgemeine Begriff für ein Angebetetes (Maʿbūd), sei es, dass dieses Angebetete ein falscher Gott ist oder Allah, der Erhabene.

Ilhām: Eingebung. Eingebungen in die Herzen der Menschen. Diese werden von Allah, dem Erhabenen, mittels der Engel in die Herzen der Menschen gelegt.

ʿIlm: 1. Wissen. Eines der feststehenden Attribute Allahs, des Erhabenen. Sein Wissen gleicht nicht dem Wissen der Geschöpfe. Er sieht und weiß um die Ameise, die in dunkelster Nacht auf einem schwarzen Stein läuft. Er kennt die Gedanken und Regungen in den Herzen der Menschen und kennt ihre Absichten. In Seinem Wissen ist keinerlei Wandel oder Änderung. Es ist anfangslos und ewig. 2. Etwas grundsätzlich wissen bzw. verstehen. Das Gegenteil von Unwissen.

ʿIlm al-ladunnī: Wissen, das man ohne zu studieren als Güte Allahs, des Erhabenen, angeeignet bekommt.

Imām: 1. Muslimischer religiöser Führer. 2. Jemand, der das Gebet leitet.

Imāma: Die Aufgabe, Imam (Vorbeter) zu sein.

Iman: Glaube. Annahme Allahs, des Erhabenen, und Seines Propheten. Iman besteht aus dem Glauben an Allah, den Erhabenen, Seine Engel, Seine Schriften, Seine Propheten, den Jüngsten Tag, das Paradies und die Hölle und, dass alles, Gutes und Schlechtes, durch den Willen Allahs, des Erhabenen, geschieht.

ʿInād: Sturheit. Die Wahrheit nicht akzeptieren, wenn sie offenkundig ist.

Inschāallah: „So Allah will“. Wird stets gesagt, wenn man eine zukünftige Tat als Absicht ausdrückt: Ich werde dieses und jenes machen inschāallah. Ich werde dieses und jenes nicht machen inschāallah.

Iqāma: Der kleine Ruf zum Gebet, der unmittelbar vor der Verrichtung des Fard-Gebetes gerufen wird.

Irāda: Wille. Eines der feststehenden Attribute Allahs, des Erhabenen. Allah, der Erhabene, ist der Wollende. Er erschafft, was immer Er will. Alles ereignet sich durch Seinen Willen. Es gibt keine Kraft, die Seinen Willen aufhalten könnte.

Irāda al-dschuzʾiyya: Teilwille. Gemeint ist die Willensfreiheit des Menschen als Teil der Manifestation des Willens Allahs, des Erhabenen.

ʿIschā-Gebet: Das Nachtgebet mit insgesamt 10 (einschließlich des Witr-Gebets 13) Rakaʿāt. Das erste Sunna-Gebet hat 4 Rakaʿāt, das darauffolgende Fard-Gebet 4 Rakaʿāt und das letzte Sunna-Gebet 2 Rakaʿāt. Anschließend folgt das Witr-Gebet mit 3 Rakaʿāt.

Islam: Unterwerfung unter den Willen Allahs, des Erhabenen. Die von allen Propheten geführte Lebensweise, deren letzte Form der Führung durch den Propheten Muhammad, Friede sei mit ihm, gebracht wurde. Die fünf Säulen des Islam sind: das Aussprechen des Glaubensbekenntnisses (Schahāda), die Verrichtung der täglichen fünf Gebete, das Entrichten der Almosensteuer, das Fasten im Monat Ramadan und die Vollziehung der Pilgerfahrt einmal im Leben, sofern man gesundheitlich und finanziell die Möglichkeit dazu hat.

ʿIsma: Unfehlbarkeit. Eine der sieben Eigenschaften von Propheten. Die Propheten begehen keinerlei Sünden. Keiner der Propheten beging je eine kleine oder große Sünde, die in irgendeiner Religion verboten war oder verboten werden würde.

Isnād: Überlieferungskette. Gemeint sind Aufzeichnungen darüber, wie ein bestimmtes Wissen beginnend mit dem Propheten, Friede sei mit ihm, von Generation zu Generation weitergegeben wurde. Zum Beispiel in der Hadith-Wissenschaft: Beleg über die Reihenfolge der Personen, die einen Hadith überliefert haben.

Isqāt: Wörtlich: Fallenlassen, Befreien. Mit der Isqāt kann ein Muslim nach seinem Tod von seinen Gebetsschulden und Schulden anderer ʿIbādāt mit einem Teil seines Erbes befreit werden.

Isrāfīl: Der Engel, der in das „Sūr“ genannte Horn blasen wird, um das Ende der Welt anzukündigen.

Istibrā: Beseitigung jeglicher Urintropfen aus den Harnwegen nach dem Urinieren durch Gehen, Husten oder durch etwas Neigung zur linken Seite. Das ist wādschib für Männer.

Istighfār: Die Bitte um Vergebung. Siehe auch: Astaghfirullah.

Istihāda: Krankheitsbedingte Blutung bei Frauen. Diese Art von Blutung verhindert das Verrichten des Gebets und das Fasten nicht.

Istikhāra-Gebet: Istikhāra heißt „das Gute, Beste, Gesegnete (Khayr) wünschen“. Ein Nāfila-Gebet mit 2 Rakaʿāt, in dessen erster Rakʿa die Sure al-Kāfirūn und in dessen zweiter Rakʿa die Sure al-Ikhlās rezitiert wird. Dieses verrichtet man sieben Nächte lang vor dem Schlafengehen, um im Traum zu erfahren, ob eine Sache, die man sich wünscht, gut oder schlecht für einen ist.

Istindschā: Reinigung der Ausscheidungswege.

Istinschāq: Bei der rituellen Reinigung die Nase waschen.

Istiqāma: Ausgerichtetheit. Auf dem richtigen, wahren Weg, an dem Allah, der Erhabene, Gefallen hat, sein.

Iʿtikāf: Eine Praxis, die in den letzten zehn Tagen des Fastenmonats Ramadan empfohlen ist. Hierbei begibt man sich in eine Moschee, in der Freitagsgebete verrichtet werden, und verbringt die letzten zehn Tage in einer bestimmten Art der Zurückgezogenheit. Diese Praxis kann auch außerhalb des Ramadan vollzogen werden, wobei es nicht genau zehn Tage sein müssen. Die Regeln hierzu sind je nach Rechtsschule etwas unterschiedlich.

Iʿtiqād: Die Wissenschaft über die Glaubenssätze, an die man glauben muss. Ein Synonym für „ʿAqīda“.

Kaaba: Das „Haus Allahs“ in Mekka. Es ist der zentrale Ort der Riten der Pilgerfahrt.

Kabāir: Große Sünden. Die berühmten 72 großen Sünden im Islam.

Kadi (Qādi, Plural: Qudāt): Ein Richter, qualifiziert für ein Urteil in allen Fragen, die mit der Scharia zu tun haben.

Kaffāra: Sühne, Buße, Wiedergutmachung.

Kāfir (Plural: Kuffār, Kāfirūn): Ungläubiger, Glaubensleugner. Jemand, der Allah, den Erhabenen, und Seine Propheten, Friede sei mit ihnen allen, leugnet. Jemand, der die Wahrheit leugnet, sie „bedeckt“, der an die Sachen oder an nur eine der Sachen, an die im Islam geglaubt werden muss, nicht glaubt, der die Gebote im Islam nicht anerkennt, nicht beachtet und sie geringschätzt.

Kalām: 1. Sprechen, Reden. Eines der feststehenden Attribute Allahs, des Erhabenen. Allah, der Erhabene, ist der Sprechende. Sein Sprechen ist nicht durch Mittel, Buchstaben, Töne oder ein Sprechorgan. 2. Das Wort wird auch als Begriff in den islamischen Wissenschaften verwendet und meint dann „Glaubenslehre“.

Kalām lafzī: Die ausgesprochene, artikulierte Rede. Worte, die aus dem Munde des Sprechers kommen und die der Gegenüber hört und mit denen die innere Rede (Kalām nafsī) ausgedrückt wird.

Kalām nafsī: Die innere, unartikulierte Rede. Zustand des göttlichen Attributs des „Redens“ (Kalām), bevor es die Form von Buchstaben oder Lauten annimmt, d.h. bevor die Rede zur artikulierten Rede (Kalām lafzī) wird.

Kalif: Nachfolger im Sinne der Stellvertretung. Gemeint sind hier die Führer der Muslime, deren erster der Prophetengefährte Abū Bakr as-Siddīq war, möge Allah mit ihm zufrieden sein.

Kalimat at-Tawhīd: Das Einheitsbekenntnis. „Lā ilāha illallah. Muhammadun Rasūlullah.“ („Es gibt keinen Gott außer Allah. Muhammad ist der Gesandte Allahs.)

Kalīmullah: „Der mit Allah Sprechende“. Titel des Propheten Mūsā, Friede sei mit ihm.

Karāma (Plural: Karāmāt): Wundertat. Wundertaten sind außergewöhnliche Zustände, die sich bei von Allah, dem Erhabenen, geliebten Dienern ereignen und die eine Großzügigkeit und Geschenk Allahs, des Erhabenen, an diese Diener sind und die Er Seine „Sunnatullah“ (Brauch Allahs) genannten Naturgesetze, also Gesetze der Physik, Chemie und Biologie, außer Kraft setzend ereignen lässt.

Karūbiyyūn: Engel, die den Sündern in der Hölle das Leid ihrer Strafen zufügen.

Kasb: Erwerb, Aneignung. Hiermit sind die Taten des Menschen gemeint, die er durch seinen Teilwillen ausführt.

Kaschf: Enthüllung, Entdeckung, Entbergung. Die Offenlegung von tiefergründigen Wahrheiten durch Allah, den Erhabenen, zu bestimmten Menschen.

Kawthar: Ein Becken oder ein Fluss im Paradies, der eine gütige Gabe von Allah, dem Erhabenen, an unseren Propheten, Friede sei mit ihm, ist.

Khalīlullah: „Der enge Freund Allahs“. Der Titel des Propheten Ibrāhīm, Friede sei mit ihm.

Kharādsch: Landsteuer, die von Nichtmuslimen unter dem Schutz des islamischen Reiches enthoben wird.

Khasāis: Prophetische Besonderheiten. Handlungen, die ausschließlich für den Propheten erlaubt waren.

Khatam al-Anbiyā: „Das Siegel der Propheten“. Ein Titel des letzten Propheten Allahs, Friede sei mit ihm, da nach ihm kein weiterer Prophet kommen wird.

Khatīb: Prediger. Jener, der die Ansprache hält. Die Person, die in Moscheen den Muslimen guten Rat gibt und die (Freitags-)Predigt (Khutba) verliest.

Khawāss: Die „Elite“. Mit diesem Ausdruck wird je nach Kontext eine Auswahl gemeint, die sich von den „ʿAwām“, der Allgemeinheit, abhebt. Dies kann durch Wissen, durch legitime Autorität oder durch Auszeichnung durch Allah, den Erhabenen, wie bei den Gottesfreunden, sein.

Khawf: Furcht. Der Glaube des Muslims muss zwischen Khawf und Radschā (Hoffnung) schweben.

Khayrāt und Hasanāt: Alle Wohltaten, guten Werke, an denen Allah, der Erhabene, Gefallen hat und die verrichtet werden, um Belohnung zu bekommen.

Khidr, Friede sei mit ihm: Ein Weiser, dem Allah, der Erhabene, Wissen zukommen ließ. Die Gelehrten sind sich nicht einig, ob Khidr ein Prophet war oder nicht.

Khiyāna: Verrat. Ein Zeichen der Heuchelei. Taten und Worte, die die Sicherheit gefährden.

Khuff (Khuffayn): Ledersocken, über die das feuchte Bestreichen (Mash) erlaubt ist.

Khuschū: Andächtige Ehrfurcht, vor allem während der Verrichtung des Gebets.

Khutba: Ansprache, Predigt. Der Begriff meint im islamischen Recht insbesondere die Ansprachen vor dem Fard-Gebet des Freitagsgebets und nach den beiden Festgebeten.

Kibla (Qibla): Die Gebetsrichtung. Die Muslime wenden sich bei ihrem Gebet in Richtung der Kaaba in der Stadt Mekka.

Kibr: Hochmut, Überheblichkeit. Sie gehört zu den schlechten Charaktereigenschaften.

Kirām al-Kātibūn: „Die edlen Schreiber“. Die beiden Engel, die zur rechten und linken Seite des Menschen alle seine Taten aufzeichnen.

Koran (Qurʾān): Das „edle Buch“ der Muslime, das „lebendige Wunder“, welches von Allah, dem Erhabenen, als Rechtleitung der Menschheit mit dem Engel Dschabrāīl, Friede sei mit ihm, an den Propheten Muhammad, Friede sei mit ihm, in arabischer Sprache und in 23 Jahren offenbart wurde.

Kufr: Unglaube, Glaubensleugnung. Der Zustand der Leugnung der Wahrheit. Es gibt drei Arten des Kufr: Kufr aus Unwissenheit, und das ist der Zustand der Mehrheit der Nichtmuslime; Kufr aus Trotz, und das ist der Zustand jener, die bewusst den Islam befeinden; und Kufr per Urteil, und das ist, wenn Muslime Sachen tun oder sagen, die der Scharia nach Kufr bedeuten.

Kufr Dschahlī: Kufr aus Unwissenheit.

Kufr Dschuhūdī: Kufr aus Trotz, auch „Kufr ʿInādī“ genannt.

Kufr Hukmī: Kufr per Urteil.

Kufr ʿInādī: Kufr aus Trotz, auch „Kufr Dschuhūdī“ genannt.

Kufw: Ebenbürtig, passend. Dass Frauen und Männer, die heiraten wollen, im religiösen Wissen, in der Gottesfurcht, in der Herkunft und im sozialen und ökonomischen Status zueinander passen.

Kursī: Eines der größten Geschöpfe, das sich unterhalb des ʿArschul-aʿlā befindet.

Lāhiq: Eine Person, die sich dem Imam zwar beim Eröffnungs-Takbīr anschließt, deren Gebetswaschung aber dann ungültig wird und die nach erneuerter Gebetswaschung sich wieder dem Imam anschließt.

Liwāt: Analverkehr.

Maʿbūd: Der Angebetete. Einzig Allah gebührt es, angebetet zu werden.

Madhhab (Plural: Madhāhib): Wörtlich „Weg“, „der Weg, den er beschritt“. Im Kontext der islamischen Rechtswissenschaft (Fiqh) wird dieser Begriff als „Schule“ oder „Rechtsschule“ übersetzt und in der Glaubenslehre (Kalām) als „Glaubensrichtung“ oder ebenfalls als „Schule“.

Madmada: Den Mund waschen.

Madrasat al-Mutakhassisīn: Hochschule für Experten. Die höchste Schule im Osmanischen Reich.

Maghrib-Gebet: Abendgebet mit insgesamt 5 Rakaʿāt. Zuerst wird das Fard-Gebet mit 3 Rakaʿāt, anschließend das Sunna-Gebet mit 2 Rakaʿāt verrichtet.

Mahdī: Eine edle Persönlichkeit, die den Islam und die Gerechtigkeit auf der Erde verbreiten wird und deren Erscheinen von unserem ehrwürdigen Propheten als eines der Vorzeichen für das Anbrechen des Jüngsten Tages verkündet wurde, möge Allah mit ihm zufrieden sein.

Mahr: Brautgabe wie Gold, Silber oder ein anderes Gut oder ein Vorteil.

Mahr muʿaddschal: Sofort fällige Brautgabe. Diese wird der Braut beim Abschluss des Ehevertrages von ihrem Ehemann übergeben.

Mahr muʾaddschal: Gestundete Brautgabe. Diese wird vom Mann an die Ehefrau im Falle einer Scheidung ausgezahlt.

Mahram: Eine Person, mit der die Eheschließung aufgrund der Abstammung bzw. des Stillens auf ewig, oder aufgrund einer Heirat für die Dauer dieser Ehe verboten ist.

Mahschar: Der Ort der Versammlung. Der Ort, an dem die Geschöpfe nach ihrer Erweckung versammelt werden, um auf den Beginn des Gerichts, der Abrechnung ihrer Taten zu warten.

Makrūh (Plural: Makrūhāt): Missbilligt, verpönt, abzulehnen, unerwünscht. Sachen, die Allah, dem Erhabenen, und Seinem Propheten Muhammad, Friede sei mit ihm, missfallen und die dazu führen, dass sich die Belohnung für ʿIbādāt verringert. Sachen, die nicht eindeutig verboten wurden wie die Mahārim.

Makrūh tahrīman: Dem Harām nahe verpönt im Sinne der Scharia.

Makrūh tanzīhan: Dem Halāl nahe verpönt im Sinne der Scharia.

Maktūbāt: Wörtlich: „Briefe“. Kurztitel für die Briefsammlung des als Imām ar-Rabbānī bekannten Ahmad al-Fārūq as-Sirhindī, möge Allah mit ihm barmherzig sein. Auch die Briefsammlung seines Sohnes Muhammad Maʿsūm, möge Allah mit ihm barmherzig sein, ist unter diesem Kurztitel bekannt geworden.

Malāikat al-Hafaza: Die Schutzengel.

Malak (Plural: Malāika): Engel. Malak bedeutet „Botschafter“, „Überbringer von Nachrichten“.

Mālik: 1. Besitzer, Eigentümer. 2. Der höchste der Engel der Hölle, Friede sei mit ihm.

Mālik ibn Anas: Er ist ein großer Gelehrter und einer der Imame der vier Rechtsschulen. Er wurde im Jahre 90 n. H. [709 n. Chr.] in Medina geboren und verstarb dort im Jahre 179 n. H. [795 n. Chr.] im Alter von 89 Jahren, möge Allah mit ihm barmherzig sein.

Mamnūʿ (Plural: Mamnūʿāt): Nicht erlaubt im Sinne der Scharia.

Mandūb: Wird auch „Mustahabb“ oder „Adab“ genannt. Empfohlen im Sinne der Scharia.

Maqām (Plural: Maqāmāt): Stationen der spirituellen Reise unter der Anleitung eines lebenden Meisters/Wegweisers.

Maqām al-Mahmūd: Die Erlaubnis Allahs, des Erhabenen, am Tag der Auferstehung (Yawm al-Qiyāma) für die Fürsprache (Schafāʿa) des ehrwürdigen Propheten, damit die Abrechnung der leidenden Geschöpfe schnell geschieht. Es wird auch „Schafāʿa al-kubrā“ genannt.

Maʿrifa: Kurzform für Maʿrifatullah. Gotteserkenntnis. Dies bedeutet, dass man um das Wesen Allahs, des Erhabenen, weiß und Seine Attribute kennt. Allahs Wesen zu kennen bedeutet, dass man erkennt, dass es nicht gekannt werden kann. Seine Attribute zu kennen bedeutet, dass man versteht, dass Seine Attribute nicht den Attributen der Geschöpfe ähneln.

Masbūq: Eine Person, die sich dem Imam anschließt, nachdem dieser bereits die erste Rakʿa verrichtet hat.

Masdschid: Moschee, Gebetsstätte, Gebetsraum. Wörtlich: Ort der Niederwerfung (Sadschda).

Masdschid al-Aqsā: „Die entlegene Moschee“. So wird die al-Aqsā-Moschee in Jerusalem genannt. Diese Moschee ist das dritte der Heiligtümer im Islam, nach der Kaaba in Mekka und der Prophetenmoschee in Medina.

Mash: Feuchtes Bestreichen bei der Gebetswaschung bzw. Bestreichen bei der Trockenreinigung, als Teil ritueller Reinigung.

Māturīdiyya: Die Schule des Imām al-Māturīdī, möge Allah mit ihm barmherzig sein, in der Aqīda.

Mawlid: Geburt, Geburtstag. Als Begriff meint es die Geburt des Gesandten Allahs, Friede sei mit ihm.

Mawlid-Gedicht: Gedicht anlässlich des Geburtstags unseres Propheten.

Mihrab: Gebetsnische.

Mīkāīl: Ein Engel, Friede sei mit ihm. Seine Aufgaben sind: Regulierung von Sachen, die sich in der Welt ereignen, wie Not und Überfluss, und die daraus resultierende Vergünstigung und Teuerung, Bewegungen der Körper, also die Naturabläufe insgesamt.

Mimbar: Kanzel. Stufen, auf denen der Imam während der Khutba (Ansprache, Predigt) steht.

Minarett: Erhöhter Standplatz oder Turm von Moscheen, auf die der Muezzin steigt, um den Adhan zu rufen.

Miʿrādsch: Himmelfahrt. Der Aufstieg des Propheten Muhammad, Friede sei mit ihm, durch die sieben Himmel zur unmittelbaren Gegenwart Allahs, des Erhabenen.

Miswāk: Zahnputzholz aus dem Arakbaum. Das Benutzen des Miswāk beim Vornehmen der Gebetswaschung ist eine wichtige Sunna für Männer.

Mithqāl: Gewichtseinheit von 4,8 Gramm gemäß der hanafītischen Rechtsschule.

Mīzān: Waage im Jenseits, mit der die Taten der Menschen am Tag des Jüngsten Gerichts gewogen werden.

Mizmār: Jede Art von Klang- und Musikinstrument oder Flöte.

Muʿāmalāt: Zwischenmenschliche Angelegenheiten. Umgangsweisen unter Menschen. Handelsrecht. Einer der vier Abschnitte des Fiqh-Wissens.

Muʿāwiya: Muʿāwiya ibn Abī Sufyān, möge Allah mit ihm zufrieden sein, war einer der großen Gefährten des Propheten, Friede sei mit ihm. Er war eine Weile einer der Schreiber des Propheten, die die Offenbarung niederschrieben. Zur Zeit von ʿUmar ibn al-Khattāb, möge Allah mit ihm zufrieden sein, dem zweiten Kalifen, war er Gouverneur von Damaskus. Später wurde er Kalif nach Hasan ibn ʿAlī ibn Abī Tālib, möge Allah mit ihm zufrieden sein.

Mubāh (Plural: Mubāhāt): Indifferent, erlaubt. Zur freien Wahl der Ausführung oder Unterlassung stehend, im Sinne der Scharia.

Mudāhana: Jemandem, der Harām begeht, keinen Einhalt gebieten, obwohl man dazu imstande wäre, und ebenso Abstriche von der Religion dem Weltlichen willen machen.

Mudārā: Aufgabe von weltlichem Nutzen seines Glaubens willen und Freundlichkeit, um Schaden im Diesseits und im Jenseits abzuwenden.

Mudrik: Eine Person, die mit dem Imam gemeinsam den Eröffnungs-Takbīr macht.

Muʿdschiza (Plural: Muʿdschizāt): Wunder. Wird einem Propheten gegeben, um sein Prophetentum zu beweisen.

Mudschtahid (Plural: Mudschtahidūn): Derjenige, der Idschtihad betreibt. Ein profunder Gelehrter, der in der Lage ist, Rechtsurteile direkt aus dem Koran, den Hadithen und den anderen Quellen abzuleiten.

Muezzin: Gebetsrufer. Jemand, der den Adhan ausruft.

Mufassir: Koranexeget, Tafsir-Gelehrter. Ein Gelehrter, der das nötige Wissen dazu hat, den edlen Koran auszulegen.

Mufsid (Plural: Mufsidāt): Ungültigmachende Handlung.

Mufti: Jemand, der qualifiziert ist, Rechtsgutachten (Fatwas) zu erteilen.

Muhammad ibn Idrīs Schāfiʿī: Er ist einer der beliebtesten unter den Islamgelehrten und einer der Imame der vier Rechtsschulen. Er wurde im Jahre 150 n. H. [767 n. Chr.] in Gaza, Palästina geboren und verstarb im Jahre 204 n. H. [820 n. Chr.] in Ägypten, möge Allah mit ihm barmherzig sein.

Mukābara: Überheblichkeit.

Mukallaf: Eine rechtlich verantwortliche Person im Islam, d.h. jemand, der verstandes- und geschlechtsreif ist. Diese Person ist verpflichtet, den Geboten und Verboten Allahs, des Erhabenen, zu folgen.

Mukhālafatun lil-Hawādith: Völlige Andersheit als alle Geschöpfe. Eines der Wesensattribute Allahs, des Erhabenen. Allah, der Erhabene, ähnelt weder in Seinem Wesen noch in Seinen Attributen dem Wesen oder den Attributen von Geschöpfen.

Mulaffiq: Eine Person, die die Erleichterungen der Rechtsschulen zusammenlegt, also „Talfīq“ macht. Dies ist nicht erlaubt.

Mulhid (Plural: Mulhidūn): Leute, deren Glaube falsch ist. Der Mulhid glaubt an Allah, den Erhabenen, und an Seinen Propheten, Friede sei mit ihm, doch sein Glaube ist so falsch, dass er in den Unglauben abgerutscht ist, ohne dies zu bemerken. Er hält sich jedoch für einen Muslim.

Muʾmin (Plural: Muʾminūn): Gläubiger. Jemand, der den Glauben (Iman) annimmt und an alles, was der ehrwürdige Prophet verkündete, glaubt und es ausspricht.

Mumkin: Das Mögliche. Das, was sowohl existieren kann als auch nicht existieren kann. Das charakteristische des Möglichen ist, dass die Möglichkeit der Existenz und der Nichtexistenz gleich ist.

Mumkin al-Wudschūd: Siehe: Wudschūd.

Mumtaniʿ al-Wudschūd: Siehe: Wudschūd.

Munāfiq (Plural: Munāfiqūn): Heuchler. Jemand, der den Islam äußerlich bestätigt, aber im Herzen Allah, den Erhabenen, und Seinen Propheten, Friede sei mit ihm, zurückweist. Dieser Zustand wird durch gewisse Verhaltensweisen deutlich.

Munkar und Nakīr: Die beiden Engel, die die Menschen im Grab über deren Glauben und Handlungen in dieser Welt befragen werden.

Muqallid: Nachahmer, Befolger. Gemeint ist die Allgemeinheit der Muslime, die in der Fiqh-Wissenschaft nicht die Stufe eines Mudschtahid erlangt hat und die in der Verrichtung der Handlungen einen Mudschtahid nachahmt. Solche Nachahmung muss durch die Befolgung einer der vier Rechtsschulen geschehen.

Muqarrabūn: Die „Nahen“ Engel, die in der Gegenwart Allahs des Erhabenen, weilen.

Muqīm: Ortsansässiger. Jemand, der kein Reisender (Musāfir/Safarī) ist.

Muqtadī: Eine Person, die sich dem Imam anschließt, nachdem dieser bereits den Eröffnungs-Takbīr gemacht hat, aber noch in der ersten Rakʿa ist.

Murāqaba: 1. Das Bewusstsein des Dieners darüber, dass Allah, der Erhabene, ihn in jedem Moment und jeder Lage sieht und dass er immerzu an Allah, den Erhabenen, denkt. 2. Seine Triebseele kontrollieren, ihr gegenüber nicht unachtsam sein.

Murīd: Der „Wollende“. Ein Schüler, der den Tasawwuf bei einem Gottesfreund (Walī) lernt, um das Wohlgefallen Allahs, des Erhabenen, zu erlangen.

Murschid al-kāmil: „Der vollkommene Wegweiser/Erzieher“. Gemeint ist ein Lehrer im Tasawwuf, der geeignete Menschen erzieht und sie somit zu Allah, dem Erhabenen, führt.

Murtadd: Abtrünniger, Apostat. Jemand, der, nachdem er Muslim war, den Islam verlässt und in den Zustand des Unglaubens übergeht.

Musāfir: Auch: Safarī. Reisender. Jemand, der zu Beginn seiner Reise die Absicht hat, vom Rande der Stadt oder des Dorfs aus die Strecke von 3 Tagen, also 104 km [gemäß der hanafītischen Rechtsschule] zu reisen, gilt als Reisender, sobald er die letzten Häuser der Stadt hinter sich gelassen hat.

Muschrik (Plural: Muschrikūn): Polytheist, Götzendiener, Götzenanbeter. Jemand, der anderen als Allah, dem Erhabenen, göttliche Attribute zuweist und diese als anbetungswürdig erachtet.

Mushaf (Plural: Masāhif): Eine gebundene Kopie des gesamten edlen Korans.

Mustahabb (Plural: Mustahabbāt): Empfohlen im Sinne der Scharia.

Mustaʿmal: Verbraucht, benutzt. Wasser, das für die Gebetswaschung oder die Ganzkörperwaschung verwendet wurde, gilt als mustaʿmal, d.h. es ist nicht mehr reinigend.

Mutʿa-Ehe: Ehe auf Zeit. Sie ist harām.

Mutaschābih (Plural: Mutaschābihāt): Mehrdeutig, Anthropomorphismus. Diese sind Ausdrücke wie „Hand“, „Fuß“, „Richtung“, „Ort“ u. ä., die für Allah, den Erhabenen, nicht zutreffen, die aber in Versen des edlen Korans und in den ehrwürdigen Hadithen vorkommen. Sie haben nicht die Bedeutungen, die wir für gewöhnlich darunter verstehen und nicht die Bedeutungen, die heute damit gemeint sind. Man muss an diese glauben, ohne zu versuchen zu verstehen, was oder wie diese sind. Oder diese Mutaschābihāt werden kürzer oder länger interpretiert (Taʾwīl), d.h. sie werden auf eine Weise ausgelegt, wie es Allah, dem Erhabenen, gebührt. So bedeutet z.B. „Hand“: „Kraft“ und „Macht“.

Muʿtazila: Eine der 72 irregegangenen Gruppen. Sie wurde von Wāsil ibn ʿAtā im 2. Jhd. islamischer Zeitrechnung hervorgebracht. Die Muʿtazilīten ordnen den Verstand (ʿAql) der Überlieferung (Naql) über. Auch Qadariyya genannt.

Muwālāt: Alle Schritte der Gebetswaschung zügig und ohne Unterbrechung durchführen.

Nabī (Plural: Anbiyā): Propheten, die den Menschen die vorherige Scharia verkünden, denen also keine neue Scharia bzw. neues Buch offenbart wurde. Unter den Propheten gibt es solche, denen Allah, der Erhabene, eine Scharia offenbart. Solche Propheten werden Rasūl (Plural: Rusul) genannt.

Nadschāsa: Materielle Unreinheit.

Nadschd: Die arabische Region um die Stadt Riad.

Nadschdī: „Aus der Stadt Nadschd-Kommender“. Ein anderer Name für „Wahhabit“.

Nāfila (Plural: Nawāfil): ʿIbādāt, die nicht fard oder wādschib sind.

Nafaqa: Lebensunterhalt. Grundbedürfnisse eines Menschen, die er zum Leben braucht, wie z.B. Nahrung, Kleidung und Obdach.

Nafs: Triebseele, Selbst, Wesen.

Nahy: Verbot, etwas verbieten.

Nahy ʿanil-Munkar: Abhalten von Schlechtem. Das Schlechte verbieten. Jemanden von Sünden und Schlechtem abhalten.

Namāz: Persisch für das Gebet (Salāt).

Namīma: Weitergabe von Gerede unter Muslimen, d.h. jemanden darüber informieren, was ein anderer Muslim über ihn/sie gesagt hat.

Nasīha: Guter Rat, Ratschlag. Ermahnung.

Nasrānī (Plural: Nasārā): „Nazarener“, ursprüngliche Christen.

Nass (Plural: Nusūs): Der edle Koran und die ehrwürdigen Hadithe als Gesetzesquellentexte.

Newroz: Das Neujahrsfest der Zoroastrier.

Nifāq: Heuchelei. Dass das äußere Verhalten von jemandem nicht mit seiner inneren Haltung übereinstimmt.

Nifās: Wochenbettblutung. Gemäß der hanafītischen Rechtsschule hat sie keine Mindestdauer, aber eine Höchstdauer von 40 Tagen.

Nikāh: Ehebund, Eheschließung, Ehe. Vertrag, der für die Eheschließung gemacht wird.

Niʿma: Gabe, Gunst, Segen, alles Gute und Nützliche, was von Allah, dem Erhabenen, kommt.

Nisāb: Titel für die Mindestmenge an Geld, Waren, Ernte oder Vieh, ab der die Almosensteuer verpflichtend wird. Die Grenze im Islam zwischen arm und reich. Der Nisāb von Gold beträgt gemäß der hanafītischen Rechtsschule 20 Mithqāl (96 g).

Niyya: Absicht. Eine Bedingung bei allen ʿIbādāt. Dabei muss die Absicht der Gehorsam zu Allah, dem Erhabenen, sein und die Erlangung Seines Wohlgefallens, Seiner Liebe und Seiner Zufriedenheit.

Nūr: Licht. Fayd. Baraka.

Nusayriyya: Eine Untergruppe der Schia. Diese sind Ungläubige, weil sie behaupten, dass der ehrwürdige ʿAlī, möge Allah mit ihm zufrieden sein, eine Inkarnation Allahs, des Erhabenen, sei. Sie verrichten keine ʿIbādāt.

Qadā: Schicksal, Fügung, Kismet. Das Hervor- und Zustandekommen des Qadar, d.h. der Sache, deren Existenz bestimmt wurde.

Qadā-Gebet: Nachholgebet, nachzuholendes Gebet. Versäumte Gebete, die nicht in ihren Zeiten verrichtet wurden. Sie müssen umgehend nachgeholt werden.

Qaʿda al-akhīra: Letztes Sitzen. Während der letzten Rakʿa des Gebets so lange sitzen, wie es braucht, um den „Tayhiyyāt“ zu sprechen.

Qadar: Die (Vorher-)Bestimmung. Das Vorwissen Allahs, des Erhabenen, in der Urewigkeit um alles, was existieren würde. Siehe auch: Qadā.

Qadariyya: Siehe: Muʿtazila.

Qadīm: Anfangslos, urewig.

Qādiyānī: Eine in Indien entstandene irregegangene Gruppe, die von Mirza Ghulam Ahmad hervorgebracht wurde.

Qadr-Nacht (Laylat al-Qadr): Nacht der Bestimmung. In der Qadr-Nacht begann die Herabsendung des edlen Korans. Sie befindet sich im gesegneten Monat Ramadan.

Qalb: Herz. Der Ort des Wissens über Allah, den Erhabenen. Wenn man vom Herzen spricht, sind damit zwei Sachen gemeint: Das Stück Fleisch, das sich in unserer Brust befindet, wird von jedermann „Herz“ genannt. Dieses Stück Fleisch besitzen auch die Tiere. Das zweite Herz (Qalb) ist das unsichtbare Herz, das sich in diesem Stück Fleisch befindet. Das Herz, von dem in den Religionsbüchern die Rede ist, ist dieses Herz. Dieses Herz bildet den Ort, wo das Wissen des Islam verwahrt wird. Ebenso ist es dieses Herz, das entweder glaubt oder nicht glaubt.

Qawma: Das Stehen nach dem sich-Aufrichten aus der Rukūʿ.

Qidam: Anfangslosigkeit, Urewigkeit. Eines der Wesensattribute Allahs, des Erhabenen. Die Existenz Allahs, des Erhabenen, hat keinen Anfang.

Qirāʾa: Rezitation, Verlesen, Lesung. Als Begriff in der islamischen Rechtswissenschaft meint Rezitation, dass man in den Gebeten eine bestimmte Menge aus dem edlen Koran liest.

Qiyām: Stehen. Die Standposition zu Beginn und innerhalb des Gebets.

Qiyām bi-Nafsihī: Selbstständigkeit. Eines der Wesensattribute Allahs, des Erhabenen. Allah, der Erhabene, existiert durch Sein Wesen selbstständig. Er ist nicht auf Raum und Ort angewiesen. Er existierte, als es keine Materie und keinen Ort gab. Er ist über jede Art der Bedürftigkeit erhaben. Sein Wesen verbleibt so, wie es vor der Hervorbringung der Schöpfung war, ewig und unverändert.

Qiyās: Analogieschluss. Etwas mit einer anderen Sache vergleichen. Das Urteil einer fraglichen Sache, über die es keinen Quellentext (Nass), also keinen Koranvers oder Hadith gibt, ermitteln, indem man sie mit einer anderen Angelegenheit, deren Urteil feststeht und über die es einen Quellentext gibt, vergleicht.

Qubā: Damals ein Dorf am Stadtrand von Medina (etwa 5 km entfernt), in dem die erste Moschee des Islam gebaut wurde.

Qudra: Macht. Eines der feststehenden Attribute Allahs, des Erhabenen. Allah, der Erhabene, hat die Macht, alles zu tun. Nichts ist zu schwer für Ihn.

Quraisch: Der arabische Stamm, dessen Wurzeln auf den Propheten Ibrāhīm, Friede sei mit ihm, zurückgehen und aus dem der letzte Prophet, Muhammad, Friede sei mit ihm, stammt.

Rabb: Herr. „Rabb al-ʿālamīn“ als Name Allahs, des Erhabenen, z.B. bedeutet „Der Herr der Welten“, d.h. Allah, der Erhabene, ist der Herr alles Sichtbaren und Unsichtbaren und der Herr aller Ebenen der Existenz, aller Geschöpfe.

Radschā: Hoffnung. Der Glaube des Muslims muss zwischen Khawf (Furcht) und Radschā schweben.

Rāfidīten: Eine der Untergruppen der Schia.

Raghāib-Nacht (Laylatul-Raghāib): Die Nacht vom ersten Donnerstag auf den Freitag im Monat Radschab. Eine der gesegneten Nächte.

Rahma: Barmherzigkeit, Gnade.

Rakʿa (Plural: Rakaʿāt): Gebetseinheit. Eine Einheit des Gebetes, die aus Stehen, Verbeugung und zwei Niederwerfungen besteht. Das kürzeste Gebet besteht aus mindestens zwei Einheiten mit anschließendem Sitzen.

Ramadan: Der Fastenmonat, in dem das jährliche Pflichtfasten, eine der Säulen des Islam, verpflichtend wird.

Rasūl (Plural: Rusul): Gesandter. Ein Prophet, dem Allah, der Erhabene, eine Religion, eine Scharia offenbart.

Rasūlullah: Der Gesandte Allahs. Einer der Titel des ehrwürdigen Propheten Muhammad, Friede sei mit ihm.

Raʾy: Eine der zwei Methoden der Urteilsfindung der Mudschtahids. Dieser Weg wird auch der Weg des Qiyās genannt.

Ribā: Zins. Zinsen zu nehmen oder zu geben.

Ridā: Zufriedenheit, Wohlgefallen, Wohlwollen. Von Allah, dem Erhabenen, zum Menschen bedeutet es die Zufriedenheit Allahs, des Erhabenen, mit ihm und seinen Taten, seinem Zustand im Allgemeinen. Vom Menschen zu Allah, dem Erhabenen, bedeutet es die Zufriedenheit des Dieners mit dem, was Allah, der Erhabene, für ihn bestimmte, mit dem Lauf und der Fügung des Schicksals.

Ridwān: Der Name des ranghöchsten Engels des Paradieses.

Riyā: Zurschaustellung, Augendienerei, Prahlerei. Zurschaustellung der Taten und der gottesdienstlichen Handlungen, um damit bei anderen Menschen Ansehen zu erwerben.

Riyāda: Selbstdisziplin. Den Begierden der Triebseele zuwiderhandeln.

Rizq: Versorgung. Materielle und immaterielle Gaben, Güter, die Allah, der Erhabene, für jeden einzelnen Menschen bestimmt und zuteilt. Essen, Trinken, Kleidung und Obdach.

Rūh (Plural: Arwāh): Die Seele. Diejenige Kraft, die dem Körper Lebendigkeit verleiht.

Rūh al-Quds: Heiliger Geist. Dieser Ausdruck meint die Heiligkeit Allahs, des Erhabenen, oder den Engel Dschabrāīl, Friede sei mit ihm, und nicht etwa einen weiteren Gott. Manchmal meint er die belebenden, beschützenden Eigenschaften Allahs, des Erhabenen, manchmal die Seele von ʿĪsā, Friede sei mit ihm, und manchmal das Evangelium.

Ruhāniyyūn: Die Engel der Barmherzigkeit.

Rukn (Plural: Arkān): Grundlage, Pfeiler, wesentlicher Bestandteil. Die 6 Farāid innerhalb des Gebets.

Rukūʿ: Die Verbeugung im Gebet.

Ruʾya: Wörtlich: Sehen. Gottesschau. Allah, den Erhabenen, sehen. Muhammad, Friede sei mit ihm, sah Allah, den Erhabenen, bei seiner Himmelfahrt (Miʿrādsch). Dieses Sehen war nicht wie das Sehen des leiblichen Auges in dieser Welt. Die Gläubigen werden Allah, den Erhabenen, im Jenseits sehen.

Sāʿ: Ein Volumenmaß. Es beträgt gemäß der hanafītischen Rechtsschule 3500 g bzw. 4,2 Liter.

Saʿāda: Glückseligkeit.

Sabīl an-Nadschāt: Der Weg der Errettung.

Sabr: Geduld, geduldiges Ertragen und Durchhaltevermögen.

Sadaqa: Almosen. Eine Spende, die um Allahs willen gegeben wird.

Sadschda (Plural: Sudschūd): Die Niederwerfung im Gebet.

Sadschdat as-Sahw: Vergesslichkeitsniederwerfung.

Sadschdat asch-Schukr: Dankbarkeitsniederwerfung.

Sadschdat at-Tilāwa: Rezitationsniederwerfung.

Sahāba (oder Ashāb; Singular: Sahābī): Prophetengefährten. Die Gefährten des Propheten Muhammad, Friede sei mit ihm. Wenn ein Muslim den Propheten gesehen oder mit ihm gesprochen hat, solange der Prophet am Leben war, wird er Sahābī genannt. Oft wird aus Ehrbezeugung die Formulierung „Ashāb al-kirām“ (die edlen Gefährten) benutzt.

Sahar-Zeit: Das letzte Sechstel der Nacht, in der bekannt ist, dass die zu dieser Zeit gesprochenen Bittgebete angenommen werden. (Die Nacht ist definiert als die Zeit zwischen dem Sonnenuntergang bis zum Morgenanbruch).

Sāhib at-Tartīb: Eine Person, die zu einer aktuellen Gebetszeit nicht mehr als fünf aufeinanderfolgende Gebete nachzuholen hat.

Salaf as-sālihūn: Die rechtschaffenen Vorgänger/Altvorderen. Die ersten drei Generationen der Muslime. Damit sind die Prophetengefährten (Ashâb) und die Großen unter den Nachfolgern (Tābiʿūn) und den Nachfolgern der Nachfolger (Atbāʿ at-Tābiʿīn) gemeint.

Salām-Gruß: 1. Der Gruß, mit dem man das Gebet beendet, indem man zu beiden Seiten „As-salāmu ʿalaykum wa-rahmatullah“ spricht. 2. Der Gruß, mit dem sich Muslime begrüßen bzw. verabschieden.

Salāt: Gebet. In der Regel und als „Grundpfeiler des Islam“ ist damit das rituelle Pflichtgebet (fünfmal täglich) gemeint.

Salawāt: Segensgebete und Friedensgrüße für unseren ehrwürdigen Propheten, Friede sei mit ihm.

Sālih (Plural: Sālihūn): Rechtschaffener. Guter, rechtschaffener Mensch. Ein Muslim, dessen Glaube korrekt ist und der sich bemüht, durch rechtschaffene, gute Taten Allahs Wohlgefallen zu erlangen.

Samʿ: Hören. Eines der feststehenden Attribute Allahs, des Erhabenen. Allah, der Erhabene, ist allhörend. Er hört ohne Mittel und ohne Ausrichtung. Sein Hören gleicht nicht dem Hören Seiner Diener.

Sawm: Das Fasten. An allen Tagen des Monats Ramadan, seine Regeln beachtend, dem Befehl Allahs, des Erhabenen, folgend sich vor drei Sachen zu hüten: Essen, Trinken und Geschlechtsverkehr. Das Fasten im Monat Ramadan ist eine Pflicht und eine der fünf Säulen des Islam.

Sayyiʾa (Plural: Sayyiʾāt): Schlechte Taten. Handlungen des Ungehorsams gegenüber Allah, den Erhabenen. Sünden.

Sayyid al-Anbiyā: „Der Vortrefflichste der Propheten“. Ein Titel des Propheten Muhammad, Friede sei mit ihm, da er der ranghöchste der Propheten ist.

Schādhdh (Qirāʾa asch-schādhdha): Nicht kanonische Lesart. Rezitation, die zwar der arabischen Grammatik entspricht, die aber anders ist als die von der Allgemeinheit der Prophetengefährten akzeptierte Rezitation. Auf solche Art im Gebet zu rezitieren, ist verboten.

Schahwa: Begierden, Gelüste der Triebseele.

Schafāʿa: Fürsprache, Fürbitte. Insbesondere die Fürsprache des ehrwürdigen Propheten Muhammad, Friede sei mit ihm, am Jüngsten Tag. Durch seine Fürsprache und ihre Annahme durch Allah, den Erhabenen, wird es möglich werden, dass auch andere Menschen Fürsprache einlegen, wie z.B. die anderen Propheten für ihre Gemeinschaften.

Schafāʿa al-kubrā: Die „größte Fürsprache“. Siehe Maqām al-Mahmūd.

Schahāda: Das Glaubensbekenntnis: „Aschhadu an lā ilāha illallah wa-aschhadu anna Muhammadan ʿabduhū wa-rasūluh.“ („Ich bezeuge, dass es keinen Gott gibt außer Allah und ich bezeuge, dass Muhammad Sein Diener und Sein Gesandter ist.“)

Schahīd (Plural: Schuhadā): Märtyrer. Jemand, der auf dem Weg, für die Sache Allahs, des Erhabenen, fällt.

Schaitan: Teufel, Teufelswesen.

Schamāta: Schadenfreude. Sich über das Übel, den Schaden, der Andere trifft, zu freuen.

Scharia: Wörtlich: Der Weg zur Wasserquelle. 1. Göttliche Bestimmungen, die die Propheten verkündet haben. 2. Islam.

Schart (Plural: Schurūt): Verpflichtende Bedingung bzw. Voraussetzung.

Schaykh (Plural: Maschāyikh, Schuyūkh): 1. Älterer Mensch. 2. Jemand, der in einem Wissenszweig ein Fachmann ist. 3. Ein Gottesfreund (Walī), der die Menschen spirituell führen kann. Murschid al-kāmil.

Schaykh al-Islām: Höchster Entscheidungsträger in religiösen Fragen in einem islamischen Staat (Dār al-Islām).

Schia: Schiismus. Eine der frühsten der 72 irregegangenen Gruppen. Sie behaupten, den edlen ʿAlī zu lieben, doch sie reden schlecht über viele Prophetengefährten.

Schiiten: Parteigänger, Anhänger, Befürworter. Anhänger der Schia.

Schirk: Polytheismus, Beigesellung. Allah, dem Erhabenen, Partner beigesellen.

Schukr: Dank. Allah, dem Erhabenen, für alle Seine Gaben und Segen danken.

Schutzsuren: Die Suren al-Falaq und an-Nās.

Siddīq (Plural: Siddīqūn): 1. Der Getreue; jemand, der in seinen Worten und Taten aufrichtig ist und niemals lügt. 2. Beiname des ersten Kalifen Abū Bakr, möge Allah mit ihm zufrieden sein.

Sidq: Wahrhaftigkeit. Eine der sieben Eigenschaften der Propheten. Die Propheten sind in allen ihren Worten und Taten korrekt und ehrlich. Sie lügen niemals.

Sidrat al-muntahā: Lotusbaum. Ein Baum, der sich in der sechsten und siebten Himmelstufe befindet und über den hinaus weder Wissen noch Aufstieg reicht.

Sifāt adh-Dhātiyya: Wesensattribute Allahs, des Erhabenen.

Sifāt al-Ulūhiyya: Göttliche Attribute. Sie sind unterteilt in die Wesensattribute (Sifāt adh-Dhātiyya) und die feststehenden Attribute (Sifāt ath-Thubūtiyya).

Sifāt ath-Thubūtiyya: Feststehende Attribute Allahs, des Erhabenen.

Simāʿ: Das Zuhören von Gesang (ohne Instrumente) wie Gedichte und Mawlid, die den Glauben stärken.

Sirāt: Die enge Brücke, die das Feuer überspannt und die überquert werden muss, um in das Paradies zu gelangen. Es wird als „schärfer als ein Schwert und dünner als ein Haar“ beschrieben.

Sirāt al-mustaqīm: Der gerade Weg, der rechte Pfad. Einer der Titel für den Islam, den Weg, der zu Allah, dem Erhabenen, führt.

Subhā-Gebet: Gebet mit 2 Rakaʿāt, das man nach der Gebetswaschung für das Wohlgefallen Allahs, des Erhabenen, verrichtet.

Sufi: Ein Befolger des Weges des Tasawwuf, des „spirituellen“ Weges im Islam.

Suhuf: Wörtlich: Seiten. Damit sind Offenbarungen Allahs, des Erhabenen, an Propheten, Friede sei mit ihnen, im kleineren Umfang gemeint, d.h. es handelt sich um „kleinere Bücher“. Die Offenbarungen größeren Umfangs werden „Kutub“ (Bücher) genannt.

Sunna (Plural: Sunan): Lebensstil, Praxis, Tradition, Bräuche, Lehren und Anweisungen des Propheten, Friede sei mit ihm.

Sunna ghayr muʾakkada: Nicht feste Sunna. Diese Sachen hat der ehrwürdige Prophet, Friede sei mit ihm, mit der Absicht der ʿIbāda gelegentlich verrichtet.

Sunna hudā: Rechtleitende Sunna. Diese wird auch Sunna muʾakkada (feste Sunna) genannt. Das ist jener Teil der Sunna, den der Prophet, Friede sei mit ihm, und die rechtgeleiteten Kalifen, möge Allah mit ihnen zufrieden sein, nach ihm fortdauernd verrichtet, d.h. sehr selten ausgelassen haben. Diese Sunan ohne Entschuldigung zu unterlassen, gilt als verpönt.

Sunna kifāya: Gemeinschaftliche Sunna. Sunan, die, wenn sie von einer Person aus Gruppen von 5 bis 10 Muslimen verrichtet werden, von den anderen entfallen.

Sunna muʾakkada: Feste, etablierte Sunna, die der ehrwürdige Prophet, Friede sei mit ihm, fortwährend verrichtet und sehr selten unterlassen hat.

Sunnatullah fī khalqihī: Der Brauch Allahs, des Erhabenen, in der Schöpfung. Gemeint sind die Gründe und Anlässe, die Allah, der Erhabene, bestimmt hat, damit in der Schöpfung Ereignisse hervorkommen. Dies wird auch ʿĀda al-ilāhiyya oder kurz Sunnatullah genannt.

Sunna zāida: Zusätzliche Sunan neben der Sunna hudā. Diese Sunan zu unterlassen, ist nicht verpönt.

Sūʾ az-Zann: Schlechte Mutmaßung jemandem gegenüber haben.

Sūr: Das Horn, in das der Engel Isrāfīl, Friede sei mit ihm, blasen wird, wodurch der Beginn des Jüngsten Tages angekündigt wird.

Sure: Jedes der Teile des edlen Korans, das aus mindestens 3 Versen (Āyāt) besteht. Im edlen Koran gibt es 114 Suren.

Taʿawwudh: Schutznahme. Das Sprechen des Spruches: „Aʿūdhu billāhi minasch-schaytānir-radschīm“ („Ich suche Schutz bei Allah vor dem gesteinigten Teufel“). Auch Istiʿādha genannt.

Tābiʿ (Plural: Tābiʿūn): Die Nachfolger der Prophetengefährten, möge Allah mit ihnen barmherzig sein.

Tābiʿ at-Tābiʿīn (Plural: Atbāʿ at-Tābiʿīn): Die Nachfolger der Nachfolger der Prophetengefährten, möge Allah mit ihnen barmherzig sein.

Tablīgh: Kundgabe der Botschaft. Eine der sieben Eigenschaften der Propheten. Alles, was die Propheten den Menschen verkündeten, erfuhren sie durch Offenbarung (Wahy) von Allah, dem Erhabenen. Keines der Gebote und Verbote, die sie verkündeten, sind ihre eigenen Gedanken. Sie verkündeten ausnahmslos alles, was ihnen zu verkünden befohlen wurde.

Tadhallul: Selbsterniedrigung, übertriebene Bescheidenheit. Eine der schlechten Charaktereigenschaften.

Taʿdhīr: Strafen wie Verweis, Ermahnung und Schlagen, die sich je nach Straftat und Person ändern.

Taʿdīl al-Arkān: Das stille Verharren in einer jeweiligen Position im Gebet für die Dauer, in der einmal „Subhānallah“ gesagt werden kann.

Tadschwīd: Schöne Rezitation, korrekte Aussprache der Buchstaben des edlen Korans.

Tafakkur: Nachsinnen, Reflexion. Über seine eigenen Sünden, die Schöpfung und sich selbst nachdenken.

Tafsir: Auslegung. Kommentar und Erklärung der Bedeutungen des edlen Korans.

Taghannī: Melodisches Lesen. Melodisches Vortragen/Lesen gemäß musikalischen Noten, sodass Buchstaben und Wörter entstellt und Bedeutungen verändert werden.

Tahaddschud-Gebet: Gebet mit 2 bis 12 Rakaʿāt, das innerhalb der Zeitspanne verrichtet wird, wenn 2/3 der Nacht vergangen sind, bis die Zeit der Morgendämmerung (Fadschr) eintritt.

Tahāra: 1. Reinigung/Beseitigung von ritueller Unreinheit (Hadath). 2. Intimreinigung.

Tahawwur: Übermut und Angriffslust. Ein Übermaß an Zorn und Härte, das schädliche Ausmaße erreicht.

Tahiyyāt: Die Duā „at-Tahiyyātu“, die in jedem Sitzen des Gebets gesprochen wird. Es sind jene Worte, mit denen der ehrwürdige Prophet, Friede sei mit ihm, in der Nacht der Himmelfahrt (Miʿrādsch) beehrt wurde.

Tahiyyatul-Masdschid-Gebet: Nāfila-Gebet mit 2 Rakaʿāt, das man verrichtet, gleich nachdem man eine Moschee/Masdschid betreten hat, um deren Besitzer, also Allah, den Erhabenen, zu ehren.

Tahlīl: Der Spruch: „Lā ilāha illallāhu wahdahū lā scharīka lah, lahul-mulku wa-lahul-hamdu, wa-huwa ʿalā kulli schayʾin qadīr.“

Tahmīd: „Alhamdulillah“.

Takbīr: „Allahu akbar“.

Takbīr al-Iftitāh: Der Eröffnungs-Takbīr im Gebet. Auch „Takbīrat al-Ihrām“ genannt.

Takbīrat al-Ihrām: Der Eröffnungs-Takbīr im Gebet. Auch „Takbīr al-Iftitāh“ genannt.

Takfīr: Einen Muslim als Ungläubiger (Kāfir) bezeichnen.

Takwīn: Erschaffen, Schöpfungsvermögen. Eines der feststehenden Attribute Allahs, des Erhabenen. Allah, der Erhabene, ist der Schöpfer. Es gibt keinen anderen Schöpfer als Ihn. Er ist es, der alles erschafft. Niemand außer Allah, dem Erhabenen, darf „Schöpfer“ genannt werden.

Talfīq: Zusammenlegung der Rechtsschulen. Die Erleichterungen, die in den Rechtsschulen erlaubt sind, so zusammenzulegen, dass die verrichtete Tat nach keiner dieser Schulen gültig ist.

Talmud: Das von Menschen verfasste, zweiteilige Buch der Juden, das aus der Mischna und der Gemara besteht und nach der Thora als das heiligste Buch gilt.

Tamaʿ: Habgier. Das Streben nach den diesseitigen Freuden auf verbotene Art. Eine der schlechten Charaktereigenschaften.

Tanzīh: Die „Freisprechung“ Allahs, des Erhabenen, von allen Eigenschaften der Unvollkommenheit.

Taqlīd: Befolgung, Nachahmung. Siehe: Muqallid.

Taqwā: Gottesfurcht. Die Vermeidung dessen, was harām ist.

Tarāwīh-Gebet: Sunna-Gebet mit 20 Rakaʿāt, das in allen Nächten des Ramadan verrichtet wird. Es ist eine Sunna kifāya, es in Gemeinschaft zu verrichten. Seine Zeit ist nach dem ʿIschā-Gebet und vor dem Witr-Gebet.

Tarīqa (Plural: Turuq): Wörtlich „Pfad“. Gemeint ist das Voranschreiten auf dem Weg des Tasawwuf gemäß den Anweisungen eines lebendigen Schaykhs im Tasawwuf. „Tarīqa“ wurde auch zum Begriff für verschiedene Methoden der Unterweisung im Tasawwuf und der somit entstandenen verschiedenen „Bruderschaften“ oder „Orden“.

Tartīb: Beachtung der Reihenfolge, z.B. von einzelnen Handlungen der Gebetswaschung.

Tasawwuf: Sufismus. In seinem Buch „Ar-Riyād at-Tasawwufiyya“ (Die Gärten des Tasawwuf) schreibt Sayyid Abdulhakīm al-Arwāsī, möge Allah mit ihm barmherzig sein, als Definition des Tasawwuf: „Tasawwuf ist die Errettung von sämtlichen üblen Charaktereigenschaften und das Erlangen aller guten Charaktereigenschaften“.

Tasbīh: „Subhānallah“.

Tasbīh-Gebet: Eines der Nāfila-Gebete, das in ehrwürdigen Hadithen zu verrichten empfohlen wird, um Vergebung und Verzeihung zu erlangen. Es hat 4 Rakaʿāt.

Tasbīhāt: Es gibt die Tasbīhāt im Gebet in der Verbeugung und in den Niederwerfungen. Nach dem Gebet spricht man folgende Tasbīhāt: Tasbīh, Tahmīd und Takbīr.

Taschahhud: In jedem Sitzen des Gebets die Duā „at-Tahiyyātu“ sprechen oder so lange im Sitzen verweilen, bis man sie gesprochen hat.

Taschrīq-Takbīr: Der Wādschib-Takbīr, der vom Fadschr-Gebet des Tages von ʿArafa bis zum ʿAsr-Gebet am vierten Tag des Opferfestes (insgesamt 23 Gebete) unmittelbar nach den Fard-Gebeten, also gleich nach Beenden eines Fard-Gebets mit dem Salām-Gruß, einmal gesprochen wird. Der Taschrīq-Takbīr lautet: „Allahu akbar, Allahu akbar. Lā ilāha illallāhu wallāhu akbar. Allahu akbar wa-lillāhil-hamd.“

Taswīf: Aufschub. Das Aufschieben guter Taten auf später.

Tatawwuʿ-Gebete: Freiwillige Gebete, auch Nāfila-Gebete genannt.

Tawāduʿ: Demut, Bescheidenheit.

Tawakkul: Gottvertrauen. Das Vertrauen und das Sich-verlassen auf Allah, den Erhabenen. Dies drückt sich alltäglich vor allem darin aus, dass man ein Vertrauen darauf hat, dass Allah, der Erhabene, den Menschen versorgt.

Tawassul: Mittelnahme. Auf ein Mittel zugreifen, das denjenigen Allah, dem Erhabenen, näher bringt. [Dieses Mittel wird „Wasīla“ genannt.]

Tawātur: Vielfache Bestätigung. Eine Nachricht/Überlieferung, die von Vielen an Viele weitergegeben wird, derart, dass ausgeschlossen ist, dass sich diese Menge von Überlieferern auf eine Lüge geeinigt hätten.

Tawba: Reue. Abwendung von Sünden und falschen Taten und Hinwendung zu Allah, dem Erhabenen, mit der Bitte um Vergebung und Verzeihung.

Tawba nasūh: Umfassende Tawba. Mit absoluter Entschiedenheit aufrichtige Reue empfinden, die begangene Sünde nicht noch einmal zu begehen.

Taʾwīl: Interpretation. Auslegung und Erklärung von unklaren oder mehrdeutigen Texten.

Tayammum: Rituelle Trockenreinigung mit Erde o.Ä., wenn das Benutzen von Wasser für die Gebetswaschung und die Ganzkörperwaschung nicht möglich ist.

Thawāb (auch: Sawāb): Belohnung, Lohn. Belohnung für gute, rechtschaffene Taten und gottesdienstliche Handlungen.

Tumānīna: Der Zustand im Gebet, in dem die Glieder des Körpers in der Rukū’, in der Qawma, in den beiden Sudschūd und in der Dschalsa kurz zum Stillstand kommen.

Tūr: Der Berg Sinai, auf dem Mūsā, Friede sei mit ihm, zum Propheten berufen wurde und später wieder dort die Zehn Gebote erhielt.

ʿUdhr: Entschuldigung, Entschuldigungsgrund.

ʿUdschb: Selbstgefälligkeit, d.h. zu denken, dass man viel Wissen hat und viele gute Taten verrichtet. Eine der schlechten Charaktereigenschaften.

Ulūhiyya: Göttlichkeit.

Ulul-ʿAzm: Die „Entschlossenen“. Ein Titel für die Ranghöchsten unter den Propheten. Diese sind: Ādam, Nūh, Ibrāhīm, Mūsā, ʿĪsā und Muhammad, Friede sei mit ihnen allen.

ʿUmar ibn al-Khattāb: Er wird auch ʿUmar al-Farūq, „der Unterscheidende“ genannt, möge Allah mit ihm zufrieden sein. Er ist der zweite Kalif der Muslime, bekannt für seine Gerechtigkeit. Er bat Allah, den Erhabenen, um einen Tod auf dem Weg Allahs und um seinen Tod in der Stadt Medina, und seiner Bitte wurde schließlich nachgekommen, als er von einem persischen Sklaven während des Morgengebets erstochen wurde. Er wurde neben dem Propheten, Friede sei mit ihm, und Abū Bakr, möge Allah mit ihm zufrieden sein, beerdigt.

Umma: Die Gemeinschaft der Muslime weltweit.

Ummat al-Idschāba: Die Annehmenden. Die Menschen, die den Islam annehmen.

ʿUschr: Das Zehnt. Almosensteuer auf Ernten.

Usūl ad-Dīn: Grundlagen des Glaubens. Sachen, an die man „glaubt“. Diese werden auch Iman genannt.

ʿUthmān ibn ʿAffān: Der dritte Kalif der Muslime, möge Allah mit ihm zufrieden sein. Er stellte sicher, dass der edle Koran in seiner schriftlichen Form sicher und akkurat vorlag. Er wurde in seinem Haus von Rebellen ermordet, während er den edlen Koran rezitierte.

Wādschib (Plural: Wādschibāt): Notwendigkeiten, notwendige Handlungen. Gebote, deren Verrichtung genauso strikt befohlen ist wie die der Farāid. Die Belege aus dem edlen Koran für diese Gebote sind nicht so eindeutig klar wie die der Farāid. Sie sind durch zweifelhafte Belege festgelegt.

Wādschib al-Wudschūd: Siehe: Wudschūd.

Wahdāniyya: Einzigkeit. Eines der Wesensattribute Allahs, des Erhabenen. Allah, der Erhabene, hat keinen Teilhaber an Seinem Wesen, Seinen Eigenschaften und Seinem Tun.

Wahhabiten: Angehörige der vorherrschenden Sekte in Arabien, deren frühe Anhänger die Familie Saʿūd unterstützten und mithalfen, das Osmanische Kalifat zu stürzen.

Wahy: Offenbarung. Eine Botschaft, die von Allah, dem Erhabenen, mittels des Engels Dschabrāīl, Friede sei mit ihm, an die Propheten, Friede sei mit ihnen, übermittelt wird.

Walī (Plural: Awliyā): 1. Gottesfreund. Jemand, der Allah nahesteht. Kurzform für „Waliyyullah“ (Plural: Awliyāullah). 2. Vormund.

Waqt: Wörtlich: Zeit. Eine der sechs verpflichtenden Voraussetzungen des Gebets. Die Waqt ist mit drei Dingen erfüllt: 1) Mit der Kenntnis über die Eintrittszeit des Gebets. 2) Mit der Kenntnis über die letzte Zeit, bis zu der das Gebet verrichtet werden darf. 3) Damit, dass man das Gebet nicht bis zu der Zeit aufschiebt, in der seine Verrichtung makrūh wäre.

Waraʿ: Achtsamkeit. Enthaltsamkeit von verbotenen und zweifelhaften Sachen in der Religion, das Bewusstsein um die eigenen Handlungen und die Bemühung um äußerste Korrektheit darin.

Wasīla: 1. Mittel. Das, womit man sich jemand anderem nähert. 2. Ein Rang, der unserem Propheten, Friede sei mit ihm, im Paradies gewährt wird.

Wilāya: Die Nähe des Gottesfreundes (Walī) zu Allah, dem Erhabenen.

Witr-Gebet: Das Gebet mit 3 Rakaʿāt, das nach dem ʿIschā-Gebet verrichtet wird und wādschib ist.

Wudschūb-Bedingungen: Bedingungen der Verpflichtung. Bedingungen, die erfüllt sein müssen, damit eine ʿIbāda für eine Person verpflichtend (fard) wird.

Wudschūd: Existenz, Sein. Es gibt drei Arten der Existenz: Die erste Art ist die notwendige Existenz (Wādschib al-Wudschūd), d.h. die Existenz, deren Existieren unumgänglich ist. Diese Existenz ist ständig und fortwährend. Ein früheres oder späteres Nichtexistieren ist für diese Art der Existenz unmöglich. Allein Allahs Existenz ist notwendige Existenz (Wādschib al-Wudschūd). Die zweite Art der Existenz ist die unmögliche Existenz (Mumtaniʿ al-Wudschūd), d.h. diese Art der Existenz kann niemals existieren. Es ist notwendig, dass eine solche Existenz immerzu nichtexistent ist. Solch eine unmögliche Existenz ist z.B. ein Partner des Schöpfers. Also ist es unmöglich, dass es einen Partner neben Allah, dem Erhabenen, gibt und ein zweiter Gott wie Allah, der Erhabene, existiert. Die dritte Art der Existenz ist die mögliche Existenz (Mumkin al-Wudschūd), d.h., dass sie sowohl existieren kann als auch nicht existieren kann. Alle Welten und alle Geschöpfe sind diese Art der Existenz. Das Gegenstück des Wortes „Wudschūd“ (Existenz) ist das Wort „ʿAdam“ (Nichtexistenz, Nichts). Vor ihrer Schöpfung befanden sich die Welten im Nichts, d. h. sie existierten nicht.]

Wudū: Gebetswaschung. Die in der Regel als „rituelle Gebetswaschung“ bekannte Waschung zur Erlangung der rituellen Reinheit. Diese ist u. a. auch notwendig zum Berühren des edlen Korans und für die Umrundungen der Kaaba.

Yaʾdschūdsch und Maʾdschūdsch: Gog und Magog. Im edlen Koran erwähnte, zwei böse Stämme, die schädlich und aufständisch sind. Sie werden nahe des Jüngsten Tages auftauchen und sich auf der ganzen Welt verbreiten.

Yawm al-ākhir: Der Jüngste/Letzte Tag. Das Ende dieser Welt und der Anbruch des Tags der Versammlung und des Gerichts.

Yawm al-Qiyāma: Wörtlich: „Der Tag der Auferstehung“. Gemeint ist der Tag der Erweckung aus den Gräbern, dem die Versammlung und das Warten auf das Gericht im Jenseits folgt.

Zabaniyyūn: Die Engel der Hölle, die dort das Leid zufügen.

Zakat: Almosensteuer, Armensteuer, Pflichtabgabe. Die Abgabe einer bestimmten Menge vom Besitz, das die Nisāb-Menge erreicht, an sieben im edlen Koran bestimmte Gruppen. Eine der fünf Säulen des Islam.

Zakāt al-Fitr (Sadaqat al-Fitr): Die Abgabe bestimmter Güter bzw. deren Gegenwert in Gold oder Silber von Muslimen, die im Islam als reich gelten, an Arme bis zum Morgen des ersten Tages des Ramadanfestes.

Zālim: Ungerechter, Unterdrücker, Tyrann. Derjenige, der Zulm begeht, also der Ungerechtigkeit und Unrecht tut.

Zalla: Sich täuschen. Kleiner „Fehler“, der keine Sünde ist. Es ist, nicht das „Beste“ zu machen, sondern das „Gute“.

Zihār: Dass ein Mann seine Ehefrau oder eines ihrer Körperteile wie Gesicht, Kopf oder ihr Geschlechtsteil mit einer der 18 Mahram-Frauen oder einem ihrer Körperteile, dessen Anschauen harām ist, vergleicht. Wenn er das ausspricht, muss er eine Buße (Kaffāra) zahlen, bevor er seine Frau umarmen, küssen oder mit ihr Geschlechtsverkehr haben darf.

Zinā: 1. Unzucht, außerehelicher Geschlechtsverkehr, Ehebruch. Dass rechtlich verantwortliche (mukallaf) Frauen und Männer eine illegitime Beziehung zueinander pflegen, d.h. eine Beziehung ohne Ehebund. 2. Harām anschauen.

Zindīq: Ketzer. Der Ketzer ist ein Islamfeind. Er gibt sich als Muslim aus, um den Islam von innen zu zerstören und die Muslime zu täuschen.

Zuhd: 1. Enthaltsamkeit. Aus Angst vor Zweifelhaftem (nach der Scharia) die Mehrheit der Mubāhāt meiden. 2. Askese. Sich von Weltlichem fernhalten.

Zuhr ākhir: Wörtlich: „Das letzte Zuhr-Gebet“. Ein Gebet mit 4 Rakaʿāt, das zwischen dem letzten Sunna-Gebet des Freitagsgebets, welches aus 4 Rakaʿāt besteht, und dem Sunna-Gebet der Mittagszeit, bestehend aus 2 Rakaʿāt, verrichtet wird.

Zuhr-Gebet: Mittagsgebet mit insgesamt 10 Rakaʿāt. Das erste Sunna-Gebet hat 4 Rakaʿāt, das Fard-Gebet 4 Rakaʿāt und das letzte Sunna-Gebet 2 Rakaʿāt.

Zulm: Ungerechtigkeit, die Grenzen der Gerechtigkeit überschreiten, das Recht eines Anderen verletzen, Unrecht.

Zunnār: Priestergurt, der aus Schnüren oder Haaren geflochten und fest ist und vorne herunterhängt.